Shaanxi TV Tower

Wow, das war mal ein Erlebnis! Der Blick vom Shaanxi TV Tower, dem mit 245 Metern höchsten Gebäude der Stadt, ist einfach überwältigend. Gerade einmal 10 Minuten Fußweg von meinem Apartment wären es, wenn da nicht die vierspurige Chang’an South Road im Weg wäre. Dieses Hindernis muss zunächst einmal überquert werden. Option 1: Ich laufe ein Stück weit in die entgegengesetzte Richtung, um die Straße über die sichere Fußgängerbrücke zu überqueren, was aber ein Umweg ist (um große Straßen in China sicher überqueren zu können, gibt es häufig eigene Brücken oder Tunnel speziell für Fußgänger). Option 2: Ich hefte mich an die Fersen einiger wagemutiger Chinesen, die die Straße so überqueren wollen, und laufe einfach mit ihnen. Leider ist es im chinesischen Straßenverkehr jedoch nicht üblich für andere Verkehrsteilnehmer abzubremsen oder gar auszuweichen, weshalb man als Europäer auch nicht unbedingt auf sein Handy gucken sollte oder Musik hören sollte, während man unterwegs ist. Also entschied ich mich für Option 1, ich wollte den Fernsehturm schließlich noch zu Gesicht bekommen.

Ich war schon spät dran, bekam aber trotzdem noch eines der letzten Tickets. Eigentlich hätte ich 70 Yuan, umgerechnet knapp 9€ zahlen müssen, da ich aber meinen (bereits abgelaufenen) Schülerausweis vorzeigte, den der Ticketverkäufer zwar nicht lesen konnte aber dennoch akzeptierte, musste ich nur die Hälfte, also 35 Yuan (weniger als 4,5€), zahlen. Während der geschätzt zehn-sekündigen Aufzugfahrt erzählte mir eine Mitarbeiterin eine Menge bestimmt sehr interessanter Details über den Fernsehturm und bemerkte dabei scheinbar gar nicht, dass ich kein Wort verstand. Egal, mir ging es eh vielmehr darum, was mich erwartete, als sich die Aufzugtüren öffneten: der Blick!

Ich ahnte ja schon, dass Xi’an groß ist, da die knapp acht Millionen Einwohner ja auch irgendwo leben müssen, aber so groß… ich war sprachlos. Hochhaus an Hochhaus und die ganze Stadt wie amerikanische Städte in einem Grid-Iron-Pattern (Schachbrettmuster) angelegt. Ich begab mich eine Etage höher, auf der man unter freiem Himmel und auf einem Glasboden stand. Gut, zugegebener Maßen waren die Scheiben so dreckig, dass man nur schwer gute Fotos machen konnte, aber für mich war es ein Erlebnis. Die Dimension der Stadt zu begreifen, in der ich nun für ein Jahr lang leben werde. Kurz bevor der Tower schloss, gönnte ich mir noch ein Stück Kuchen im Restaurant – ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung, was das genau für ein Kuchen war, aber er schmeckte. Das Restaurant hatte eigentlich schon geschlossen, aber da ich so tat, als würde ich dies nicht verstehen und freundlich lächelnd auf das Stück Kuchen zeigte, welches mich im Übrigen so viel gekostet hat wie der Eintritt und damit mehr als dreimal so viel wie mein anschließend zurück am Boden gegessenes Abendessen, bekam ich es dann doch noch. Mit dem Aufzug, in dem ich zuvor von der netten Mitarbeiterin begleitet wurde, musste ich hinterher allerdings alleine runterfahren.

10 Gedanken zu “Shaanxi TV Tower

      1. Sehe deinen Namen, ja 🙂
        Man muss sich erst mal reinfinden, ging bzw. geht mir genauso… An sich ist die kostenlose Version aber wirklich übersichtlich, wirst du also mit Leichtigkeit hinkriegen 😉

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      2. antonthehusky

        ja, finde es relativ aufwändig gerade… aber so hab ich dich wenigstens abonniert jetzt. ich scheine jetzt auch so einen blog zu haben irgendwie. vielleicht schreibe ich ja auch mal was haha

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      3. Musst dafür eigentlich gar keinen Account anlegen oder Blog kreieren. Aber schaden kann sich das einarbeiten ja nicht, schließlich werden ja relativ viele Websites mit dieser Software erstellt

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    1. Danke, mal sehen wie regelmäßig ich das tatsächlich hinbekomme, habe für heute Abend aber auch noch einen terminiert. Was ich allerdings noch nicht gefunden habe, ist, wie ich mehr als ein Bild pro Post einfügen kann :/

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  1. norbert w.

    Hallo Alex, schnuppere gerade in deinen Beiträgen. Macht Lust auf mehr. Man ist bei deinen Excursionen nicht nur an deiner Seite, sondern fühlt sich vor Ort. Diese Art zu schreiben ist ein Geschenk und ich freue mich, das du es mit uns teilst.
    Bis zur nächsten Story,
    Gruß norbert 🤓

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  2. Pingback: Meine „Reise“ nach: Xi’an (西安) – Mein China-Abenteuer

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