Seminar „Deutschland – Ein Land mit vielen Facetten“

Kulturunterschiede, Vorurteile, Völkerverständigung. Die Bedeutung und Hintergründe dieser und weiterer Begriffe erarbeiteten die Teilnehmer des von mir am Goethe-Sprachlernzentrum Xi’an veranstalteten Seminars „Deutschland – Ein Land mit vielen Facetten“. An insgesamt drei Seminartagen mit einem Gesamtumfang von zwölf Stunden lernten die Kursteilnehmer nicht nur viel über Deutschland und die deutsche Kultur, sondern auch über das Leben im Ausland und die damit verbundenen Herausforderungen.

Der Hintergrund des Seminars

Kulturen sind unterschiedlich, genauso wie Meinungen und Perspektiven von Individuen. Bevor man ins Ausland geht – vor allem, wenn es für länger als nur ein Kurzurlaub ist – sollte man sich daher mit der Lebensweise und Mentalität des anderen Kulturraums auseinandersetzen: Was ist anders? Inwieweit unterscheiden sich dortige Verhaltensweise von der mir bekannten?

Viele unserer Studenten möchten nach Abschluss ihrer Deutschkurse nach Deutschland gehen und dort arbeiten oder studieren. Um sie bei diesem Vorhaben zu unterstützen, haben wir uns dazu entschieden, ein Seminar anzubieten, das sie außerhalb des eigentlichen Deutschunterrichts genau darauf vorbereitet.

Ein Seminar, das mehr ist als nur Landeskunde

Um wichtige Fragen wie die oben genannten zu beantworten, setzten sich die 25 Kursteilnehmer insbesondere mit Kulturunterschieden zwischen Deutschland und China auseinander. Anhand des Buches „Ost trifft West“ (Yang Liu, Hermann Schmidt Mainz Verlag), welches die wichtigsten Kulturunterschiede beider Länder mithilfe von Piktogrammen grafisch darstellt, konnten diese kulturspezifischen Elemente und Besonderheiten erarbeitet werden. Im Anschluss präsentierte jede Gruppe einen Kulturunterschied in Form eines Rollenspiels, woraufhin die anderen Gruppen diesen erst erkennen und daraufhin erklären mussten.

Bevor es jedoch um Kulturunterschiede und weitere landeskundliche Themen ging, wurde zunächst über Vorurteile und deren Problematik diskutiert. Selbst wenn man sich darüber bewusst ist, dass Vorurteile nichts weiter als vorschnelle Schlüsse sind und häufig nicht zutreffen, ist es schwer, diese abzubauen oder erst gar nicht entstehen zu lassen. Um sich dessen Bewusst zu werden, erstellten die Studenten ihre eigenen Deutschlandkarten mit Elementen, die sie für typisch Deutsch hielten. Beim anschließenden Vergleich der einzelnen Poster stellten sie dann fest, dass Deutschland mehr als nur Autos, Bier und Würstchen zu bieten hat. Deutschland ist halt – genauso wie China – ein Land mit vielen Facetten.

Mit solch kreativen und interaktiven Sessions wurden den Studenten die wichtigsten Themen vermittelt, die es bedarf, um sich in eine neue Kultur zu integrieren und einen erfolgreichen Auslandsaufenthalt zu erleben. Den Teilnehmern wurde bewusst, wie wichtig hierbei Kommunikation, Offenheit und Toleranz sind. Darüber hinaus wurden Strategien und Techniken erarbeitet, um genau diese Schlüsselelemente umzusetzen und im Gesamtkontext betrachtet eine Botschafterrolle zu erfüllen und zur Völkerverständigung beizutragen.

Das sagen die Kursteilnehmer zum SeminarZitate Blogbeitrag

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Und so sah es vor Ort aus

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Die Kursteilnehmer haben häufig Themen im Team erarbeitet.
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Die Erstellung der eigenen Deutschlandkarte mit anschließender Präsentation war der Einstieg in das Seminar.
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Alle Kursteilnehmer erhielten ein Seminarhandbuch mit Aufgaben und einer Zusammenfassung der wichtigsten Seminarinhalte. Ein Bereich war unter anderem dieses Prominentenquiz.
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Mit dem Buch „Ost trifft West“ erarbeiteten die Teilnehmer konkrete Kulturunterschiede zwischen Deutschland und China. Auf dieser Abbildung zu sehen: Die Lautstärke im deutschen und im chinesischen Restaurant.
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Auch das deutsche Hochschulsystem war Teil des Seminars.
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Darüber hinaus sammelten wir Herausforderungen, die im Ausland entstehen können, und erarbeiteten im Anschluss konkrete Lösungsansätze.
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Um eine Herausforderung praktisch zu erleben, mussten die Teilnehmer im wahrsten Sinne des Wortes Brücken bauen. Das Team mit der Brücke, die am meisten Gewicht hielt, gewann – was auch sonst – ein Paket deutsche Schokolade.
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Da die deutsche Kultur eine vergleichsweise direkte ist und Deutsche viel und gerne diskutieren, haben wir dies auch getan: und zwar über die Vor- und Nachteile von WeChat Pay.
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Selbstverständlich wurde am Ende auch ein Gruppenfoto mit allen Kursteilnehmern gemacht.
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…und eines von mir und meiner Co-Tutorin/Übersetzerin.

Dies ist der Originalartikel, wie er auf dem Blog des Goethe-Sprachlernzentrums Xi’an veröffentlicht wurde. Lese ihn hier in der Originalfassung oder in der chinesischen Übersetzung. Für mehr Beiträge meiner Veranstaltungen besuche den Blog des Goethe-Sprachlernzentrums (dieser ist auch im Menü verlinkt). Weitere Artikel über mein Auslandsjahr findest du unter der gleichnamigen Kategorie, ebenfalls im Menü dieses Blogs.

Zwischenbericht: Sechs Monate China

Seit mehr als sechs Monaten bin ich schon in China, Zeit genug, die bisherige Zeit einmal Revue passieren zu lassen: Was habe ich erlebt? Und was kommt noch?

Sechs Monate – so oft ich mir dies auch sage, es kommt mir nicht vor wie ein halbes Jahr. Die Zeit ist verflogen und ich habe das Gefühl, dass es immer noch unendlich viele Dinge gibt, die ich noch machen möchte. Wenn ich an die Anfangszeit zurückdenke, muss ich schon schmunzeln: Ich konnte mich weder verständigen, noch würde ich behaupten, dass ich mich in China wirklich zurechtgefunden habe. In einem meiner ersten Blogbeiträge habe ich unter anderem über meinen Chinesisch-Kurs an der XISU berichtet und stolz fünf Sätze auf Chinesisch geschrieben, die – wie ich inzwischen weiß – grammatikalisch noch nicht einmal korrekt waren. Inzwischen, fast 50 Blogbeiträge später, kann ich schon über 500 Schriftzeichen und einen ganzen Text schreiben, wenn auch nicht fehlerfrei. Ich kann mich zumeist problemlos verständigen und mich mit Chinesen unterhalten, auch außerhalb des Sprachkurses. Zwar ist mein Vokabular noch immer begrenzt, für einen täglichen Smalltalk reicht es aber in der Regel allemal. Inzwischen habe ich sogar einen eigenen chinesischen Namen, nämlich 安远山 (An Yuan Shan).

In den vergangenen sechs Monaten habe ich bereits unglaublich viel erlebt, gesehen und gelernt. Unter anderem bin in Australien gewesen und habe mir Städte wie Beijing und Hongkong angeguckt. Bei meinen Reisen innerhalb Chinas ist mir immer wieder bewusst geworden, wie groß das Land eigentlich ist und wie viele Menschen hier tatsächlich leben – nämlich einfach unfassbar viele! Auch wenn ich chinesische Städte im direkten Vergleich zueinander als eher ähnlich beschreiben würde (Hongkong stellt hier eine Ausnahme dar), sind sie doch alle sehenswert und lassen China als Land ein Stück greifbarer werden. Mein bisheriges Highlight innerhalb Chinas war ganz klar meine Wanderung auf der Chinesischen Mauer, ein wirklich unvergessliches Erlebnis.

Durch meine stetigen Recherchen für neue Blog-Beiträge auf MeinChinaAbenteuer sowie Reportragen und Artikel auf Youthreporter und Orange by Handelsblatt, habe ich vor allem thematisch sehr viel über China als Land und Kulturraum gelernt. Für mich persönlich musste ich aber auch feststellen, dass China ein Land ist, welches zwar zum jetzigen Zeitpunkt wahnsinnig spannend ist, aber zugleich auch ein Land ist, in dem ich nur für einen begrenzten Zeitraum leben kann und möchte (genaueres in einem späteren Beitrag).

Für die Monate, die mir nun noch in China bleiben, nehme ich mir vor allem vor, meine Chinesisch-Kenntnisse weiterhin zu verbessern und in diesem Zusammenhang auf ein HSK-Zertifikat hin zu arbeiten. Unter anderem werde ich noch nach Shanghai und Chongqing reisen, um mir ein Bild von diesen zwei bedeutenden chinesischen Metacities machen zu können. Als nächste große Veranstaltung für Goethe-Sprachlernzentrum plane ich momentan ein dreiteiliges Seminar, um unsere Studenten auf ein Studium und Leben in Deutschland vorzubereiten. Und noch eine Sache steht ganz oben auf meiner To-Do-Liste: Das komplizierteste Schriftzeichen der Welt auswendig schreiben zu können. Welches dies ist und ob ich es tatsächlich schaffe, erfährst du spätestens in meinem Abschlussbericht!

Bis dahin freue ich mich, wenn ihr auch weiterhin meine Blogbeiträge lest und meinen Blog weiterempfehlt 🙂

Meine FSJ-Einsatzstelle: Das Goethe-Sprachlernzentrum an der Fremdsprachenuniversität Xi‘an

Wie der Titel meiner Website schon verrät, lerne ich während meines Auslandsjahres nicht nur Chinesisch, sondern bin zusätzlich auch der diesjährige Freiwillige am Goethe-Sprachlernzentrum Xi’an. Um zu verstehen, was ich dort genau mache, muss man erst einmal den Unterschied zwischen Goethe-Institut und Goethe Sprachlernzentrum kennen. Hierzu empfiehlt es sich meinen Artikel Goethe-Institut und Goethe-Sprachlernzentrum: Was ist der Unterschied? zu lesen.

Was ist das Goethe-Sprachlernzentrum?

Das Goethe-Sprachlernzentrum an der Fremdsprachenuniversität Xi´an wurde bereits 2007 gegründet und ist ein Kooperationsprojekt zwischen dem Goethe-Institut China und der Xi‘an International Studies University. Dabei stellte das Goethe-Institut Deutschland seine Erfahrung und Unterstützung als fachlicher Berater hinsichtlich der Erteilung von Deutschunterricht, Lehrerfortbildungen, Prüfungsstrukturen und Unterrichtsdidaktik zur Verfügung.

Was sind meine Aufgaben?

Zusammengefasst ist der Unterschied zwischen dem Goethe-Institut und den Goethe-Sprachlernzentren, dass die Sprachlernzentren in China nur eine Sprachabteilung, jedoch keine eigene Kulturabteilung haben. Die Kulturabteilung des Goethe-Instituts hat jedoch die wichtige Aufgabe, die deutsche Kultur auch außerhalb des Unterrichts durch diverse Veranstaltungen zu vermitteln. Genau an dieser Stelle komme ich ins Spiel: Ich bin vereinfacht gesagt derjenige, der die Kulturabteilung des Sprachlernzentrums Xi‘an ein Stück weit „ersetzt“. Meine Hauptaufgabe besteht nämlich darin, kulturelle Veranstaltungen zu planen und durchzuführen, sodass die Studenten über den Tellerrand hinaus blicken können und sich ein Bild von Deutschland machen können. Ich bin also die Person, die Deutschland repräsentiert und Ansprechpartner für Studenten ist, in allen Fragen, die die deutsche Kultur und das Leben in Deutschland betreffen. Über das Organisieren von Veranstaltungen hinaus kümmere ich mich auch ein Stück weit um das Marketing, in dem ich beispielsweise die Website pflege, Goodies gestalte und weiteres Werbematerial entwerfe.

Was für Veranstaltungen organisiere ich?

Der Kreativität sind hierbei keine Grenzen gesetzt. Generell orientiere ich mich häufig an deutschen Feiertagen und wichtigen Ereignissen: So habe ich beispielsweise an Halloween eine Halloween-Party und mit etwas Verspätung im November ein Oktoberfest veranstaltet. Zu Weihnachten wird es eine große Weihnachtsfeier geben und im nächsten Jahr eine ganze Veranstaltungsreihe zur Fußball-WM. Darüber hinaus biete ich des Öfteren auch einen Filmabend, einen Kochkurs oder einen Vortrag über ein deutsches Thema an. So habe ich beispielsweise bereits eine Präsentation über das deutsche Hochschulsystem sowie über mein Leben in Deutschland gehalten. Jede Woche biete ich zusätzlich eine Art Nachhilfeunterricht an und organisiere alle zwei Wochen eine Deutsche Ecke in einem nahegelegenen Café, um den Austausch zwischen Deutschen und Chinesen zu fördern. Für das nächste Jahr plane ich zudem ein viertägiges Seminar, welches Chinesen, die in Deutschland studieren wollen, auf das Leben in Deutschland vorbereiten soll. Darüber hinaus ist auch eine große Feierlichkeit anlässlich unseres 10-jährigen Jubiläums im Frühjahr nächsten Jahres geplant.

Wie organisiere ich eine Veranstaltung?

Bevor eine Veranstaltung überhaupt stattfinden kann, bedarf es einer intensiven Planung und Vorbereitung: Was für eine Veranstaltung möchte ich anbieten? Was sollen die Studenten aus dieser mitnehmen? Wie kann ich meine Message am besten vermitteln? Nachdem ich all diese Fragen geklärt habe und mich für ein Event entschieden habe beginne ich eine entsprechende Werbeanzeige zu gestalten. Dieser Prozess kann durchaus einige Tage in Anspruch nehmen, zumal die Inhalte im Anschluss auch noch ins Chinesische übersetzt werden müssen. Sobald die Werbung fertig ist verbreite ich diese auf so vielen Kommunikationskanälen wie möglich: Angefangen bei Werbeplakaten über das einpflegen in den Veranstaltungskalender unserer Website bis hin zu der Promotion auf unserem WeChat-Account. Sobald dies erledigt ist folgt der nächste Schritt: Nun muss ich die Inhalte des Events erarbeiten und die Veranstaltung vorbereiten. Dies ist einfacher gesagt als getan, schließlich muss man bedenken, dass ich mich in einem völlig anderen Kulturkreis bewege. Wenn die Vorbereitungen abgeschlossen sind, kann endlich die eigentliche Veranstaltung beginnen. Je nach Veranstaltungsart muss ich entweder die Moderation übernehmen, mich im Hintergrund um einen reibungslosen Ablauf bemühen oder Bildmaterial erstellen, welches ich dann für die Öffentlichkeitsarbeit verwenden kann. Nach Abschluss der Veranstaltung erstelle ich nämlich noch einen möglichst ansprechenden Blogbeitrag, der dann auf unserer Website gepostet wird. Je nach Veranstaltung bedarf es für alle drei Schritte (Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung) vier Tage bis maximal vier Wochen.

Was gilt es zu beachten?

Da meine Veranstaltungen nicht in Deutschland stattfinden und sich nicht an deutsche Studenten richten, ist es wichtig, dass ich mich mit der chinesischen Kultur und Mentalität auseinandersetze. Da ich auch in Deutschland schon viele Veranstaltungen organisiert habe, lassen sich für mich durchaus einige Unterschiede feststellen:

1) Chinesen planen generell nicht so weit voraus wie es die meisten Deutschen tun. Aufgrund dessen kündige ich die Veranstaltungen nicht besonders weit im Voraus an und schicke am Tag selber noch einen Reminder raus. Die Spontanität der meisten Chinesen macht die Planung auch insgesamt deutlich schwieriger: Ich kann nicht mit Teilnehmerlisten arbeiten und weiß häufig erst sehr kurzfristig, mit wie vielen Teilnehmern ich rechnen kann. Gerade bei Kochkursen oder Veranstaltungen außerhalb des Sprachlernzentrums kann dies zu der ein oder anderen planerischen Herausforderung führen.

2) Viele Chinesen haben (noch ausgeprägter als so manche deutschen Schüler/Studenten) die Angewohnheit Informationen nicht genau zu lesen. Daher muss ich Werbeanzeigen so kurz wie möglich halten und alle wichtigen Infos zusätzlich noch einmal in den Kursen kundgeben.

3) Weiterhin sind auf den Veranstaltungen Studenten vom Sprachniveau A1 (Beginner) bis B2 (Fortgeschrittene) vertreten. Da jeder Teilnehmer alles verstehen sollte ist eine Übersetzung zumeist unentbehrlich.

4) Ein weiterer wichtiger und nicht zu vernachlässigender Aspekt ist, dass viele Busverbindungen in China ihren Dienst gegen 21:00 Uhr einstellen. Vor allem bei späten Veranstaltungen wie Filmabenden muss ich dies mit ins Kalkül einziehen. Entweder ich beginne die Veranstaltung früher oder plane diese für einen entsprechend kürzeren Zeitraum.

Warum mache ich das Ganze überhaupt?

Wer mich kennt, weiß, dass ich wahnsinnig gerne Sachen organisiere und die Verantwortung für Veranstaltungen übernehme. In Deutschland habe ich zum Beispiel große Teile meiner Abifeier geplant oder auch eine ganze Kursfahrt gebucht. Auch teame ich Seminare meiner ehemaligen Schüleraustauschorganisation und koordiniere für diese zusätzlich die Kennenlerntage. Hier in China möchte ich nun lernen, wie es ist, in einem völlig anderen Kulturkreis Veranstaltungen zu planen. Zusätzlich bin ich auch stets an einem kulturellen Austausch interessiert und möchte eine Botschafterrolle übernehmen. Deutschland zu repräsentieren und vielleicht sogar den ein oder anderen für ein Studium in Deutschland zu begeistern sind hierbei weitere wichtige Elemente.

Was lerne ich daraus?

Durch all dies nehme ich selbstverständlich eine Menge mit. Ein ganz elementarer Bestandteil ist, dass ich sehr viel über die chinesische Kultur und Mentalität lerne. Des Weiteren lerne ich es kennen, in einem international geprägten Arbeitsumfeld mit einem völlig anderen kulturellen Hintergrund zu arbeiten. Auch ganz praktische Dinge wie das designen von Werbeanzeigen und das promoten von Veranstaltungen sind hier aufzuführen. Nicht zuletzt lerne ich auch viel über meine eigene Kultur, da ich mich intensiv mit Deutschland und deutschen Themen auseinandersetze. Durch all dies werde ich unter anderem selbstständiger und sicherer im Umgang mit fremden Kulturen.

Du willst noch mehr über meine Veranstaltungen lesen?

Wenn ich Dich nun neugierig gemacht habe, wie meine Veranstaltungen im Detail aussehen, dann kannst Du alle meine Veranstaltungen auf dem Blog vom Goethe-Sprachlernzentrum Xi’an verfolgen.

Was bedeutet eigentlich „Eine Kombination aus Studium und FSJ“?

Es ist noch gar nicht so lange her, da begann ich mir in Deutschland Gedanken zu machen, was ich nach meinem Abitur machen möchte. Eigentlich gab es für mich nur zwei Optionen: Entweder ich würde direkt mit einem Studium beginnen oder noch einmal ein Jahr im Ausland verbringen (bereits 2014/15 war ich für ein Auslandsjahr in den USA). Ich begab mich auf eine lange Suche und fand letztendlich genau das richtige für mich, eine Kombination aus beidem.

Immer mehr Abiturienten entscheiden sich heutzutage dafür nicht direkt mit einem Studium zu beginnen, sondern ein sogenanntes Gap Year einzulegen. Ein Gap Year ist in diesem Kontext eine Art Überbrückungsjahr zwischen dem Schulabschluss und dem Start eines Studiums, welches Schüler aus ganz unterschiedlichen Intentionen heraus anstreben. Manche wollen erst einmal ein Jahr lang arbeiten, um etwas Geld anzusparen, andere wollen die Welt sehen und Reisen in ferne Länder oder verbinden das ganze unter dem Namen Work & Travel direkt mit dem Sammeln von Arbeitserfahrung. Neben unzähligen weiteren Möglichkeiten sind Sprachreisen, ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) und ein Freiwilligendienst (FSJ, kurz für Freiwilliges Soziales Jahr) weitere populäre Varianten eines Gap Years. Es ist ein Jahr, in dem man herausfinden kann was einem liegt, aber zugleich auch ein Jahr, in dem man seinen Horizont erweitern und seine Perspektive vergrößern kann.

Schnell war für mich klar, dass ich mich während meines Gap Years vor allem akademisch weiterbilden und eine mir völlig fremde Kultur kennenlernen möchte. Perfekt wäre es, so dachte ich mir damals, wenn ich gleichzeitig die wohl größte Schwachstelle meines Lebenslaufs ausbessern könnte: mein Fremdsprachenportfolio (momentan spreche ich nur Deutsch und Englisch fließend). Schon seit der Grundschule interessierte ich mich die Chinesische Sprache, weshalb ich in der fünften und sechsten Klasse auch an der Chinesisch AG meiner Schule teilnahm. Wie das Interesse an dem Land und der Sprache genau entstand weiß ich gar nicht, vielleicht faszinierten mich einfach die Schriftzeichen und die völlig andere Lebensweise. Inzwischen sehe ich China jedoch vor allem als einen großen wirtschaftlichen Markt und Chinesisch als eine Sprache, deren Bedeutung immer mehr zunimmt.

Und so kam es, dass ich mich als Destination für China entschied. Jetzt ging es nur noch darum herauszufinden, was ich während des Jahres genau machen will. Neben dem akademischen Aspekt war mir wichtig finanziell unabhängig von meinen Eltern zu sein und die Sprache nicht nur nebenher zu erlernen. Nach einer intensiven Recherchearbeit und unzähligen Bewerbungen bei verschiedenen Anbietern, die zwar zumeist erfolgreich waren aber nicht genau meinen Vorstellungen entsprachen, bin ich dann schlussendlich auf eine Ausschreibung der Kölner Freiwilligen Agentur gestoßen: Eine FSJ-Einsatzstelle bei einem Goethe-Sprachlernzentrum und das ganze verbunden mit einem Sprachkurs an einer renommierten Fremdsprachenuniversität. Dies war wie für mich geschaffen!

Und so nahmen die Dinge ihren Lauf und heute bin ich hier in Xi’an, lerne vier Stunden am Tag an der Xi’an International Studies University Chinesisch und arbeite nachmittags im Kulturbereich für das hiesige Goethe-Sprachlernzentrum. Eine Kombination aus Studium und FSJ, wie sie für mich nicht besser sein könnte!


Was ich genau beim Goethe-Sprachlernzentrum mache und warum dies die perfekte FSJ-Einsatzstelle für mich ist, erfährst Du in einem meiner nächsten Blogbeiträge. Du fragst Dich, was der Unterschied zwischen dem Goethe-Institut und einem Goethe-Sprachlernzentrum ist? Auch diese Frage werde ich in einem weiteren Blogbeitrag beantworten.

Warum ich jetzt 安远山 (An Yuan Shan) heiße

Meine erste Aufgabe in meiner FSJ-Einsatzstelle war einen Steckbrief über mich selbst zu schreiben. Dieser sollte möglichst einfach und kompakt, aber dennoch interessant und aussagekräftig geschrieben sein. Im Anschluss wurde dieser noch von einer Lehrkraft ins Chinesische übersetzt, sodass auch wirklich jeder Schüler diesen verstehen kann. Ohne weiter darüber nachzudenken unterschrieb ich den fertigen Steckbrief mit meinem deutschen Namen. Als ich dann jedoch die chinesische Übersetzung erhielt, staunte ich nicht schlecht: Hinter meinem deutschen Namen stand zusätzlich noch in Klammern 亚历山大 (Ya Li Shan Da). Plötzlich hatte ich also auch einen chinesischen Namen. Doch warum gerade Ya Li Shan Da? Ruft man einen regulären Online-Übersetzer auf und gibt dort „Alexander“ ein ist die Mandarin Übersetzung zumeist Ya Li Shan Da. Der Grund hierfür ist einfach: Ya Li Shan Da ist die Abfolge von chinesischen Wörtern, die der Betonung von Alexander am nächsten kommt. Aus diesem Grund heißt die ägyptische Stadt Alexandria im Chinesischen ebenfalls Ya Li Shan Da.

Für eine Woche behielt ich nun diesen Namen, der mir allerdings nicht besonders gut gefiel und von der Bedeutung her nicht wirklich viel Sinn machte. An meinem ersten Tag in der Uni erging es mir dann so, wie den meisten internationalen Studenten, die in China Chinesisch lernen: Meine Lehrerin fragte mich, ob ich schon einen chinesischen Namen hätte. Dies verneinte ich, woraufhin ich dann ein paar Tage später von ihr einen „richtigen“ Namen bekam: Ab sofort hieß ich nicht mehr Ya Li Shan Da sondern 安远山 (An Yuan Shan). Hierbei ist 安 (An) mein Nachname, da im Chinesischen zuerst der Nachname und im Anschluss der Vorname genannt wird. Dieser bedeutet übersetzt „Friede“ und ist zusätzlich das zweite Zeichen von 西安 (Xian), der Stadt, in der ich mein Auslandsjahr verbringe. 远山 (Yuan Shan), mein Vorname, bedeutet wörtlich übersetzt „der weit entfernte Berg“. Insofern stammt mein jetziger chinesischer Name nicht von irgendeinem Online-Übersetzer, sondern ist durchaus mit Bedacht gewählt. Nach Aussage der meisten Chinesen klingt er zudem recht poetisch.

Doch nicht nur Entstehung und Bedeutung meines chinesischen Namens sind interessant. Viel interessanter ist, dass ich nicht nur in der Schule und teilweise auch im privaten Umfeld mit diesem angesprochen werde, sondern diesen Namen inzwischen auch auf offiziellen Dokumenten angebe. So bin ich selbst bei der örtlichen Polizeibehörde, bei der man sich als Ausländer bei der Einreise registrieren muss, mit meinem chinesischen Namen registriert. Auch bei der ICBC, der Bank, bei der ich ein chinesisches Konto eröffnet habe, und bei China Unicom, meinem hiesigen Mobilfunkanbieter, bin ich unter diesem Namen bekannt.

Für Deutschland undenkbar, aber für Ausländer in China ganz normal: Nicht etwa die Eltern vergeben den Namen, sondern man „tauft“ sich sozusagen selbst. Insofern ist es ratsam sich etwas mehr Gedanken darüber zu machen oder eine Lehrkraft um Hilfe zu bitten, bevor man sich tatsächlich für seinen neuen, zweiten Namen entscheidet.

TEDxXi’an Women Conference 2017

Vergangenes Wochenende hatte ich das Privileg die TEDxXi’an Women Conference 2017 zu besuchen. Wie der Name schon anklingen lässt, hatten alle Vorträge etwas mit dem Thema „Frauen“ zu tun, wobei jedoch sowohl das Publikum als auch die Redner durchaus heterogen waren.

Schon seit vielen Jahren gucke ich gerne bei Gelegenheit den einen oder anderen TED-Talk auf der TED-Website und lasse mich von den meiner Meinung nach großartigen Rednern inspirieren. TED ist eine seit 1984 alljährlich stattfindende Innovations-Konferenz, auf der schon Redner wie Al Gore, Bill Clinton und Bill Gates aufgetreten sind. Die Abkürzung „TED“ steht hierbei für „Technology“, „Entertainment“ und „Design“, wobei die TED-Talk-Website, deren Vorträge laut Wikipedia schon über drei Milliarden Mal angesehen wurden, mittlerweile einen weitaus größeren Themenbereich umfasst. Seit 2009 gibt es neben der TED-Konferenz auch sogenannte TEDx-Konferenzen, welche weltweit unabhängig organisierte TED-Konferenzen sind. So gibt es beispielweise eine TEDxBerlin, eine TEDxMünchen und auch eine TEDxXi’an. Letztere habe ich vergangenen Sonntag besucht.

Über 220 Studenten bewarben sich auf 21 speziell für Studenten ausgeschriebene Tickets, mit denen man über die eigentliche Konferenz hinaus auch die Möglichkeit hatte an einem Workshop teilzunehmen, die renommierten Redner hinter den Kulissen zu erleben und den Organisatoren der Konferenz seine Fragen zu stellen. Wohl mit mehr Glück als Verstand bin ich tatsächlich eingeladen wurden und war somit einer der 21 Studenten, dessen Bewerbung ausgewählt wurde. Schon immer wollte ich eine TED-Konferenz live miterleben, dass es jetzt aber während meines Auslandsjahres in China dazu kommen würde hätte ich mir beim besten Willen nicht erträumen lassen. Einen Haken hatte das Ganze aber dennoch, die gesamte Konferenz wurde nämlich in Chinesischer Sprache abgehalten und wird erst im Anschluss mit Untertiteln versehen. Ich lerne zwar nun schon seit ziemlich genau zwei Monaten Chinesisch, dennoch konnte ich leider nur verhältnismäßig wenig verstehen. Trotz der sprachlichen Barriere habe ich aber viel Spaß gehabt und eine Menge von der Konferenz mitnehmen können. Nicht zuletzt konnte ich neue Kontakte knüpfen und einmal hautnah miterleben, was es alles braucht, um eine solche Konferenz erfolgreich durchzuführen.

Eins weiß ich nach diesem Wochenende sicher: Dies wird nicht die letzte TED-Konferenz gewesen sein, die ich besuche, denn die Inhalte der TED-Talks sind wie das TED-Motto schon eindrucksvoll verlauten lässt „ideas worth spreading“ („Ideen, die es wert sind, verbreitet zu werden“).

TV-Interview

Und, haben Euch die Bilder der letzten Tage gefallen? Nun seid Ihr schon ganz gespannt auf das versprochene Interview, welches ich dem Fernsehsender Shaanxi TV gegeben habe? Dann klickt einfach auf „▶“ und schaut es Euch an! Viel Vergnügen 😉

Alternativ ist das Video auch unter Shaanxi-TV oder meinem YouTube-Kanal einsehbar.

TV-Interview – Wie man als Ausländer im Ausland zur Berühmtheit wird

Nachdem ich inzwischen aus Beijing zurück bin (Reisebericht & Reportage) und heute mein Midterm-Exam geschrieben habe, habe ich nun endlich die Zeit gefunden, einen neuen Blogbeitrag zu schreiben. Viel Spaß beim Lesen!


Ausländer sind für viele Menschen häufig sehr spannend und stehen daher – ob gewollt oder ungewollt – des Öfteren im Mittelpunkt. Dies habe ich schon damals während meines Auslandsjahres in den USA festgestellt, wo mich jeder kannte und ich auf der Straße teilweise namentlich von Personen angesprochen wurde, die mir zuvor noch nie begegnet waren. Hier in China ist es ähnlich, nur in einer ganz anderen Dimension: Egal ob bei der Terrakotta-Armee oder auf dem Tiananmen-Platz in Beijing, als Europäer fällt man in China auf! Gerade wenn man groß und blond ist, so wie ich, rückt die eigentliche Attraktion (Terrakotta-Armee etc.) für viele Asiaten schnell in den Hintergrund, denn dann ist plötzlich der Europäer, also in dem Fall ich, die Attraktion. Dies ist vor allem in ländlicheren Gebieten oder in Gebieten, die von der Landbevölkerung mit Vorliebe bereist werden, der Fall. Schon oft musste ich an solchen Plätzen für ein Foto herhalten, was mir überhaupt nichts ausmacht, sofern ich vorher gefragt werde, was jedoch nicht immer der Fall ist. Und wenn doch, dann hat man schnell mal den Arm eines Chinesen oder einer Chinesin auf seinen Schultern liegen, so als ob man sich schon Jahre kennen würde und bestens befreundet wäre. Ich finde dies zumeist sehr amüsant und freue mich, dass ich den Menschen mit einer solchen Kleinigkeit eine verhältnismäßig so große Freude bereiten kann.

Neben solchen netten, wenn auch in einer Großstadt wie Xi’an nicht alltäglichen Begegnungen, hatte ich vergangenen Donnerstag die Möglichkeit, zu einer noch größeren „Berühmtheit“ zu werden.

Bereits vor einigen Wochen nahm ich an dem Fotowettbewerb „Shaanxi in My Eyes“ teil. Shaanxi ist eine von 22 chinesischen Provinzen, aber vor allem die, in der Xi’an liegt und die somit nun zu meinem zu Hause geworden ist. Die Organisatoren des Wettbewerbs, welcher in verschiedenen Magazinen und Online-Plattformen promotet wurde, hatten die Intention, Shaanxi aus der Perspektive eines bzw. mehrerer Ausländer, die über unterschiedlich lange Zeiträume in Shaanxi leben, darzustellen. Insgesamt wurden über 1000 Bilder eigesendet und ich war tatsächlich einer der sieben Fotografen, dessen Bilder ausgewählt wurden. Gleich vier meiner Bilder wurden ausgewählt und in einer Ausstellung in einem Buchladen, in dem in der vorherigen Woche noch eine National Geographic Ausstellung war, ausgestellt. Für mich als begeisterter Hobbyfotograf war es zwar nicht die erste Ausstellung, dafür aber die mit Abstand größte und vor allem die spannendste. Zudem war es das erste Mal, dass ich Geld durch meine Fotos verdient habe, da alle ein Preisgeld bekommen haben. Einige Tage nach der Eröffnungszeremonie, welche, ironischer Weise, ausschließlich auf Englisch war und vom lokalen Fernsehsender aufgezeichnet wurde, erhielt ich vom selben Sender eine Interviewanfrage. Shaanxi TV wollte mich zu meinen Bildern interviewen! Zwar wurden auch zwei der anderen Fotografen interviewt, dennoch war und bin ich mächtig stolz darauf nicht nur meine Bilder in der Ausstellung zu haben, sondern auch ein TV-Interview gegeben zu haben! Dieses fand einige Tage später in den Ausstellungsräumen statt und behandelte die Themen, die ich erwartete: Was ich in Xi’an mache, was mich an der Provinz fasziniert, wie ich zur Fotografie gekommen bin und, was die Geschichte hinter meinen Bildern ist. Mir machte es große Freude die Fragen zu beantworten und das Interview zu geben. Vor allem aber erwartete ich mit großer Spannung, was davon am Ende auch ausgestrahlt wurde.

Ich sehe es zugleich als Erfolg und als Privileg, meine Bilder in einer so tollen Ausstellung präsentieren zu dürfen und die Geschichte dahinter erzählen zu dürfen. Hierdurch kann ich nicht nur zum Austausch zwischen zwei doch sehr unterschiedlichen Kulturen beitragen, sondern vielmehr meine Botschafterrolle erfüllen und schlussendlich – so hoffe ich – zur Völkerverständigung beitragen, was meiner Ansicht nach mit die wichtigsten Ziele eines Freiwilligendienstes sind.


In den nächsten fünf Tagen werde ich täglich jeweils eines der vier Bilder posten, die in der Ausstellung ausgestellt sind. Am fünften Tag werde ich dann den Link zu meinem phänomenalen TV-Interview uploaden, welches definitiv sehenswert ist und durch die Synchronisierung durchaus recht lustig sein mag. Seid also gespannt und schaut in den nächsten Tagen wieder auf meinem Blog vorbei! Wenn Ihr den spannenden Beitrag zu meiner Beijing Reise und die Reportage über meinen atemberaubenden Ausflug zur Chinesischen Mauer, die bereits nächste Woche folgen werden, nicht verpassen wollt, dann abonniert doch gleich meinen Blog, solltet Ihr dies noch nicht getan haben 😉

Ihr fragt Euch, wo und wie ich hier lebe? – Ein Rundgang durch mein Apartment gibt Aufschluss

Auf knappen 70 Quadratmeter lebe ich momentan, was für einen durchschnittlichen (chinesischen) Studenten durchaus großzügig ist. Neben einem Wohn- und Esszimmer, einem Schlafzimmer, einer Küche, einem Badezimmer und einem Balkon habe ich auch ein Ankleidezimmer, zumindest fällt mir keine bessere Bezeichnung ein (man könnte es auch als „Schrankzimmer“ oder gar „Abstellraum“ bezeichnen). Nachfolgend ein Rundgang durch die einzelnen Räume.

Mein Wohn-/Esszimmer

Mein Wohn-/EsszimmerMein Wohn-/Esszimmer

Dies ist der Hauptraum meines Apartments. In diesem ist unter anderem ein Sofa, ein Esstisch, aber auch der Kühlschrank und der Offen untergebracht. Zu erwähnen ist auch der Wasserspender, der essenziell ist, da das Leitungswasser in China nicht zum Trinken geeignet ist. Braucht man einen neuen Wasserkanister, so wählt man einfach eine Nummer und bekommt ihn noch am gleichen Tag nach Hause geliefert. Zusätzlich befindet sich in dem Raum ein Luftreiniger, der die Feinstaubpartikel, die durch Fenster und Klimaanlage in die Wohnung gelangen, aus der Luft filtert. Was man in der ganzen Wohnung übrigens vergeblich sucht ist ein Fernseher, worüber ich aber nicht besonders traurig bin, zumal ich eh nicht die Zeit habe einen solchen zu verwenden und abgesehen davon wohl auch nichts verstehen würde.

Mein Schlafzimmer

Mein Schlafzimmer

Weiter geht es in mein Schlafzimmer. Mit Bett und einziger noch lebender Pflanze in der gesamten Wohnung erfüllt es seinen Zweck. Meine Koffer dienen hier momentan noch als Dekoration, um den Raum etwas farbiger zu gestalten.

Meine Küche

Meine Küche

Neben zwei Herdplatten findet hier ebenfalls der Wasserboiler Platz, der immer angeschaltet werden muss, um warmes Wasser zu bekommen. Eine Spülmaschine sucht man in meiner sowie in den meisten chinesischen Wohnungen übrigens vergeblich, da man hierzulande nicht davon überzeugt ist, dass das Geschirr im Anschluss auch so sauber ist, wie wenn man es von Hand spült.

Mein „Ankleidezimmer“

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Neben einigen Schränken findet hier auch eine Mikrowelle Platz.

Mein Badezimmer

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Nun ja, dies ist der Raum, an den ich mich in der Tat noch gewöhnen muss. Es gibt weder eine Duschwanne noch einen Duschvorhang, geschweige denn eine Duschkabine. Insofern ist nach dem Duschen immer das ganze Bad nass… Neben der Toilette findet man in China und somit auch in meinem Bad stets einen Mülleimer, da die Leitungen verstopfen, sollte man Toilettenpapier in die Toilette schmeißen. Zwar gibt es nur ein kleines Fenster zum Lüften, jedoch habe ich – wie man auch aus anderen Ländern wie den USA kennt – eine Lüftung, die die Feuchtigkeit aufnimmt.

Mein Balkon

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Ein Balkon erfüllt in China zumeist den Zweck eines Abstellraumes und nicht den eines Aufenthaltsraumes. Daher ist der Balkon auch umglast und mit einer Waschmaschine versehen.

 

Zwei Wochen Uni – ein erster Rückblick

Es ist schon komisch, nach dem bestandenen Abitur nun schon wieder lernen zu müssen. Aber das ist es, wofür ich mich entschieden habe und ich muss sagen, Chinesisch lernen macht sogar richtig Spaß!

Als Student bin ich für zwei Semester an der Xi’an International Studies University (XISU) immatrikuliert und lerne dort Tag für Tag Chinesisch. Eingestuft bin ich in der Anfängerklasse 1A, die mich namentlich doch häufiger mal an meine Grundschulzeit zurückdenken lässt. Der Unterricht, welcher täglich von 8:20 Uhr bis 12:00 Uhr andauert, ist seit der ersten Stunde ausschließlich auf Chinesisch. Auch wenn ich mir zu Beginn nicht vorstellen konnte, dass ich überhaupt etwas verstehen würde, schaffen es die Lehrer doch – wenn auch buchstäblich mit Händen und Füßen – uns zu vermitteln, was sie meinen. Umgeben bin vor allem von Kasachen, Usbeken und Koreanern. Vor mir sitzen noch zwei Amerikaner, rechts von mir eine Ukrainerin, alle anderen meiner knapp 20 Kommilitonen stammen aus dem asiatischen Raum. Die Herausforderung ist für mich, dass die meisten von ihnen weder Chinesisch noch Englisch können, heißt im Klartext, dass ich mich mit der Mehrzahl momentan nur sehr schwer verständigen kann. Auf nonverbalem Wege bekommt man jedoch einiges mehr vermittelt, als man vielleicht glauben mag.

In der ersten Woche haben wir uns vor allem mit dem Pinyin und der Phonetik im Allgemeinen auseinandergesetzt. Pinyin ist die phonetische Umschrift des Hochchinesischen auf Basis des lateinischen, also uns bekannten, Alphabets. Die Chinesische Sprache selbst kennt vier verschiedene Töne und einen sogenannten „neutralen“ Ton. Die richtige Betonung dieser sowie die Aussprache von Lauten wie „zhi“ oder „zou“ haben es in sich. Teilweise höre ich noch nicht einmal den Unterschied, geschweige denn, dass ich die Wörter richtig aussprechen kann. Je nach Tonart haben diese zudem eine ganz andere Bedeutung, was die Sache noch komplizierter macht. So heißt beispielsweise mā Mama und mǎ Pferd. Sì heißt vier und sǐ Tod, was auch der Grund dafür ist, dass die Zahl vier in China als Unglückszahl gilt (spricht man sie nämlich falsch aus, spricht man vom Tod).

In der zweiten Woche begannen wir dann, die ersten Schriftzeichen zu lernen. Jeder Strich muss hier in der richtigen Reihenfolge gesetzt und selbstverständlich an der richtigen Stelle platziert und in die richtige Richtung gezogen werden. Tatsächlich kann man selbst in der heute gebräuchlichen vereinfachten Form des Mandarins noch in manchen Schriftzeichen einen realen Bezug erkennen. So ist beispielsweise das Zeichen von kǒu (口), was „Mund“ bedeutet, eine Art Viereck, was also grob die Umrisse vom Mund darstellt. Mir geht es jedoch meistens so, dass ich es erst erklärt bekommen muss, um einen solchen Bezug herstellen zu können. Ein weiteres Beispiel ist zǎoshang (早) und bedeutet übersetzt „morgen“. In dem Zeichen lässt sich mit zugegebener Maßen einiger Fantasie die aufgehende Sonne und der Horizont erkennen.

In den bisherigen zwei Wochen habe ich also schon einiges gelernt. Hier nun eine kleine Kostprobe, der Lesbarkeit halber sowohl in Pinyin als auch als Schriftzeichen (und natürlich zusätzlich als deutsche Übersetzung):

Nǐ hǎo! Wǒ jiāo Alex hé shì Déguó rén. Wǒ shì liúxuéshēng. Wǒ xuéxí Hànyǔ. Nǐ ne?

你好!我叫 Alex 和是德国人。我是留学生。我学习汉语。你呢?

(„Hallo! Ich heiße Alex und bin Deutscher. Ich bin ein Schüler, der im Ausland studiert. Ich lerne Chinesisch. Und Du?“)


Was ich in meiner FSJ-Einsatzstelle beim Goethe-Sprachlernzentrum mache, erfahrt Ihr in einem der kommenden Beiträge 😉