Meine „Reise“ nach: Xi’an (西安)

Es ist kein Reisebericht in dem Sinne, doch da ich über all die von mir bereisten Städte einen Artikel geschrieben habe, darf Xi’an (auch wenn die Stadt mein jetziger Wohnsitz ist) keinesfalls fehlen. Nachfolgend meine Top 10 der Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten, die man sich in Xi’an nicht entgehen lassen sollte. Geheimtipps mit inbegriffen.

Xi’an ist eine Stadt, die auf vielen China-Rundreisen aus einem einzigen Grund inkludiert ist: die Terrakotta-Armee. Im Vergleich zur Stadt selber, deren Namen die meisten wahrscheinlich noch nie gehört haben geschweige denn richtig aussprechen können, ist die Terrakotta-Armee eine weltbekannte Sehenswürdigkeit und wird von manchen als „achtes Weltwunder“ bezeichnet. Doch Xi’an, ehemals Chang’an und einstige Hauptstadt Chinas, hat deutlich mehr zu bieten! Vor allem für Geschichtsinteressierte ist die Metropole, die immerhin fast zehn Millionen Einwohner hat, ein Must-Visit. Doch auch für all diejenigen, die in das ursprüngliche Reich der Mitte eintauchen wollen und für diejenigen, die kulinarisch experimentierfreudig sind, lohnt sich ein Trip nach Xi’an allemal.

Platz 10: Der Blick vom Fernsehturm

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Um einen Eindruck von der sagenhaften Größe chinesischer Großstädte zu bekommen, ist es empfehlenswert, eine solche Megastadt von oben zu betrachten. In Xi’an geht das am besten vom Fernsehturm aus, der im Süden der Stadt liegt (lese hier noch einmal über meinen Besuch). Die Aussicht ist zwar nicht besonders ansprechend, dafür bekommt man aber ein Gefühl dafür, wie groß die Stadt ist und wo die ganzen Menschen eigentlich leben. Wer möchte kann auf dem Fernsehturm auch eine Kleinigkeit essen oder trinken. Gleich neben dem Turm liegt übrigens auch noch eine Art Naturkundemuseum, das kostenlos besichtigt werden kann.

Platz 9: Die Spezialitäten von Xi’an probieren

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Was wäre eine Chinareise ohne chinesisches Essen… Jede Region hat ihre eigenen Spezialitäten, die sich wiederum eine der vier chinesischen Küchen zuordnen lassen. In Xi’an gibt es eine ganze Reihe an Spezialitäten, die man auch als Europäer ohne Bedenken probieren kann und sollte. Berühmt ist Xi’an vor allem für den Roujiamo (eine Art Hamburger), seine Jiaozi (gefüllte Maultaschen), Liangpi (kalte Nudeln), Niuroupaomo (eine Suppe mit Fleisch) und Biang Biang Mian (besonders lange und dicke Nudeln). In einer bald beginnenden Reihe werde ich jede einzelne Spezialität genauer vorstellen.

Platz 8: Die Menschenmassen im Shaanxi Geschichtsmuseums erleben

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Eine der Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt ist das Shaanxi Geschichtsmuseum, welches zu den „acht imposanten Museen“ Chinas gehört. Die Exponate des 1991 eröffneten Baus sind zwar durchaus sehenswert, zumeist bekommt der Besucher diese aber erst gar nicht zum Anblick, da es noch tausende weitere Besucher gibt. Bevor man überhaupt ins Museum kommt, muss man übrigens erst einmal Schlange stehen, wenn man Pech hat sogar mehrere Stunden. Mir sind daher vor allem die Menschenmassen in Erinnerung geblieben, die sich trotz Einlassbegrenzung tagtäglich förmlich durch das Museum schieben. Als Ausländer ist zudem die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man für die Chinesen zu einer größeren Attraktion wird, als die Exponate selbst (lese hier noch einmal meinen dazu passenden Kurzartikel). Wer also ein typisch chinesisches Museum erleben will und keine Menschenmassen scheut, sollte dem Museum einen Besuch abstatten.

Platz 7: Der nächtliche Anblick des Glocken- und Trommelturms

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Einer der wohl schönsten Stellen Xi’ans ist der am Abend beleuchtete Glocken- und Trommelturm. Der Glockenturm bildet das Zentrum der Stadt, von hier aus gehen vier Hauptverkehrsachsen in alle Himmelsrichtungen ab. Zwar lohnt es sich meiner Meinung nach nicht, die zwei Türme von innen zu besichtigen, der Anblick von außen, vor allem wenn sie abends beleuchtet sind, ist jedoch toll. Ursprünglich wurden die Türme zum Ansagen der Uhrzeit verwendet. Der Glockenturm wurde bei Sonnenaufgang geläutet, der Trommelturm signalisierte den Beginn der Nacht. Daher lassen sich Glocken- und Trommeltürme in ähnlicher Form auch in vielen chinesischen Städten (z.B. auch in Pingyao und Beijing) finden.

Platz 6: Die Große Wildganspagode und ihre Fontänenshow

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Die große Wildganspagode ist eine weitere Hauptattraktion von Xi’an, die im Übrigen ebenfalls über einen kleinen Glocken- und Trommelturm verfügt. Sie ist der Mittelpunkt des Da Ci’en Tempelkomplexes, der heute noch von Mönchen bewohnt wird. Die 64,5 Meter hohe Pagode wurde 652 n. Chr. fertiggestellt und gilt als eine der besten Beispiele für Pagoden des Tang-Stils. Der Legende nach bekam die Pagode ihren Namen durch eine Gans, die über den Komplex flog und abstürzte. Kurzzuvor sprachen die Mönche zu Bodhisattwa und baten um etwas zu Essen, was die Gans ihnen bescherte. Aus Dankbarkeit gegenüber der Göttin Bodhisattwa nannten sie die Pagode große Wildganspagode. Vor dem Tempel selbst befindet sich ein großes Areal, auf dem jedem Abend eine Fontänenshow stattfindet. Man sollte sich von der Show nicht zu viel versprechen, doch irgendwie ist es ein typisch chinesisches Erlebnis. Es lohnt sich also nicht nur die Fontänen, sondern auch die Chinesen und die Umgebung zu beobachten.

Platz 5: Der Sonnenaufgang auf dem Mount Hua Shan

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Der Mount Hua Shan zählt zu den fünf heiligen Bergen Chinas und ist ein beliebter Ausflugsort 120 Kilometer außerhalb von Xi’an. Berühmtheit hat er international als Berg mit dem „gefährlichsten Wanderweg der Welt“ erlangt. Tatsächlich ist dieser berüchtigte „Wanderweg“ aber nur ein kleiner, optionaler Pfad, den man auf einem der Gipfel nehmen kann. Auf diesem tummeln sich dann fast genauso viele Chinesen, wie auf den restlichen Gipfeln, die bequem per Seilbahn zu erreichen sind. Vor allem die Wanderung auf den Berg ist jedoch eine Herausforderung und ein Erlebnis: Innerhalb von vier bis fünf Stunden erklimmt man tausende (!) Stufen. Diese sind zwar allesamt super ausgebaut und mit Geländer und Lichtern versehen, man hat nach einiger Zeit jedoch das Gefühl an einem Hochhausmarathon teilzunehmen. Der Ausblick von oben entschädigt dann für die Strapazen des Aufstiegs. Auf den Gipfeln kann man wenn man möchte auch übernachten, um am nächsten Morgen den Sonnenaufgang zu beobachten. (Lese hier noch einmal über meine Wanderung auf der chinesischen Mauer.)

Platz 4: Sich im muslimischen Viertel kulinarisch verwöhnen lassen und den Basar erkunden

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Einer meiner Lieblingsorte in Xi’an, wenn auch sehr touristisch, ist das muslimische Viertel, das sich unmittelbar nord-westlich des Trommelturms erstreckt. In kleinen Gassen gibt es kulinarisch so ziemlich alles zu finden, von tatsächlichen Spezialitäten bis hin zu Skurrilitäten, die hauptsächlich Touristen probieren. Auf dem angrenzenden Basar kann man zudem das ein oder andere Souvenir erwerben, sollte dieses aber auf mindestens ein Drittel des genannten Preises runterhandeln. Von gefälschten Mont Blanc Kugelschreibern bis hin zu kleinen Terrakotta-Figuren aus Plastik gibt es hier alles was das Herz begehrt. Innerhalb des Areals gibt es darüber hinaus noch ein Volkskundehaus sowie eine Moschee, deren Bauweise und Gartenanlage sehr sehenswert sind.

Platz 3: Die kleine Wildganspagode und das Xi’an Geschichtsmuseum

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Viel schöner gelegen und deutlich weniger besucht als die große Wildganspagode ist die kleine Wildganspagode. Vom Baustil ähnelt sie sehr der großen, ist unwesentlich jünger und mit 43 Metern etwas kleiner, kann allerdings nicht von innen besichtigt werden. Dafür ist sie in einen wunderschönen Park eingebettet, der entgegen des Ci’en Tempels keinen Eintritt kostet. Nur einige Gehminuten entfernt, befindet sich das Xi’an Geschichtsmuseum, welches wirklich einen Besuch wert ist: Deutlich weniger Besucher als im Shaanxi Geschichtsmuseum, keine Warteschlangen und interessante Exponate gibt es hier zu sehen.

Platz 2: Eine Fahrradtour auf der Stadtmauer

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Xi’ans Stadtzentrum ist von einer knapp 14 Kilometer langen Stadtmauer umgeben, deren heutiges Erscheinungsbild und heutige Ausdehnung auf die Ming-Dynastie zurückdatieren lässt. Nach einer Restauration ist sie heutzutage wieder in einem super Zustand und kann erwandert werden. Alternativ kann man sich auch ein Fahrrad mieten und innerhalb von 1,5 Stunden einmal herum fahren. Nachts ist die gesamte Mauer samt ihrer Tore beleuchtet, speziell der Anblick von der Südseite ist spektakulär und empfehlenswert.

Platz 1: Die Terrakotta-Armee

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Ein absolutes Highlight von Xi’an ist die weltbekannte Terrakotta-Armee, die erst kürzlich von Frankreichs Präsident Macron besucht wurde. Glücklicherweise stießen Bauern bei der Grabung eines Brunnens 1974 zufällig auf die lebensgroßen Statuen tausender Soldaten, die den ersten Kaiser Chinas, Qin Shihuangdi, bewachen sollten. Zum jetzigen Zeitpunkt können insgesamt drei Gruben besichtigt werden, wobei Grube 1 die mit Abstand größte Anzahl an Tonfiguren aufweist. Jeder Krieger ist einzigartig, es gibt keine zwei Figuren deren Gesichter identisch sind. Nicht nur die schiere Masse der Figuren ist überwältigend, sondern auch die filigrane Arbeit, die man bei einigen Figuren aus wenigen Zentimeter Entfernung erkennen kann. Auch wenn die Terrakotta-Armee absolut kein Geheimtipp ist, ist sie doch ganz klar auf Platz 1 der Dinge zu platzieren, die man in Xi’an gemacht, gesehen und erlebt haben muss!

Hast du schon meinen letzten Reisebericht über Shanghai gelesen? Wenn du mehr über mein Auslandsjahr erfahren willst und dich fragst, was ich in Xi’an mache und was „Kombination aus Studium und FSJ“ bedeutet, dann empfehle ich diesen Beitrag.

Meine Reise nach: Shanghai (上海)

Shanghai wird manchmal auch als „Paris des Ostens“ bezeichnet. Auch wenn ich dieser Beschreibung nicht ganz zustimmen würde, war meine Reise nach Shanghai ein Highlight meines China-Abenteuers. Erfahre im nachfolgenden Reisebericht, warum sich eine Reise nach Shanghai auf jeden Fall lohnt, was mir besonders gut gefallen hat und wie sich Shanghai von Beijing, Nanjing und weiteren chinesischen Großstädten unterscheidet.

Shanghai ist eine der wenigen chinesischen Metropolen, die fast jeder namentlich kennt. Mit fast 25 Millionen Einwohnern ist sie nicht nur die offiziell größte Stadt Chinas, sondern auch die drittgrößte der Welt. Shanghai ist eine Stadt der Superlative. Eine chinesische Freundin sagte mir einmal: „Wenn du die Vergangenheit Chinas sehen willst gehe nach Xi’an, wenn du die Gegenwart erleben willst nach Beijing, und wenn du einen Blick in die Zukunft haben möchtest nach Shanghai.“ Tatsächlich ist Xi’an für seine Geschichte bekannt, hier befindet sich unter anderem auch die weltberühmte Terrakotta Armee. Beijing hingegen ist zwar durchaus modern und nicht zuletzt durch seine Kunstszene trendy, doch Shanghai, so habe auch ich es erlebt, ist die modernste Stadt.

Die meisten Touristen kommen am Shanghai Pudong International Airport an. Dieser gehörte im Jahr 2017 zu den zehn meistfrequentierten der Welt. Von dort aus geht es mit U-Bahn, Bus oder Taxi in die Stadt. Viele entscheiden sich auch für den Maglev, eine Magnetschwebebahn, die mit bis zu 430km/h Richtung Innenstadt rast beziehungsweise im wahrsten Sinne des Wortes schwebt. Auch ich nahm den Maglev und war nicht nur von der Geschwindigkeit überrascht, sondern auch von dem hohen Komfort und der wahnsinnig niedrigen Lautstärke des Zugs.

Der Bund und seine Rooftop Bars

In Shanghai selbst gibt es unzählige Sehenswürdigkeiten, sodass ich mich ohne Probleme fünf Tage in der Stadt aufhalten konnte. Eine der meistbekannten ist der Bund (外滩), von dem man eine atemberaubende Aussicht auf das gegenüberliegende Pudong hat, das durch den Huangpu Fluss abgegrenzt ist. Einst die Wall Street Shanghais, reihen sich am Bund imposante und prunkvolle Bauten aneinander, die zum Großteil im frühen 20. Jahrhundert errichtet wurden. Es ist definitiv empfehlenswert, die Gebäude (viele sind Banken oder Hotels) nicht nur von außen, sondern auch von innen zu bewundern. Uns gefiel vor allem das Fairmont Peace Hotel, welches im Jahre 1929 errichtet wurde. Empfehlenswert, wenn auch für europäische und erst recht chinesische Verhältnisse sehr teuer, ist das Café des Luxushotels, dessen Törtchen und Kaffees beim Blick auf die Skyline von Pudong fabelhaft schmecken. Besonders attraktiv ist der Bund auch abends. Zwar gibt es keine Lasershow wie die Symphony of Lights in Hongkong, doch die Skyline ist bunt beleuchtet und unzählige Dinner Cruise Schiffe fahren auf dem Huangpu entlang. Auf den Gebäuden des Bunds befinden sich einige der beten Rooftop Bars der Shanghais, die nicht zuletzt wegen des spektakulären Blicks sehr zu empfehlen sind. Ich habe die Bar Rouge ausprobiert, deren Blick zwar gigantisch ist, das Ambiente aber dafür nicht meinen Geschmack traf. Viel besser, authentischer und sogar preiswerter ist meiner Meinung nach die Captain Bar, die jedoch am Abend sehr schnell gefüllt ist.

Der Shanghai Tower im Financial District

Auf der anderen Seite des Huangpu, in Pudong, liegt der Financial District Shanghais. Dieser kann vom Bund aus einfach per Metro, Fähre, oder Fahrt durch den Sightseeingtunnel erreicht werden. In diesem Bereich der Stadt stehen drei der weltgrößten Gebäude: Der Jinmao Tower (金茂大厦), das Shanghai World Financial Center (上海环球金融中心) (auch als „Flaschenöffner“ bekannt) und der 2015 eröffnete Shanghai Tower (上海中心大厦). Zur Skyline der Stadt gehört ebenfalls der Oriental Pearl Tower (东方明珠广播电视塔), der zwar ein Fernsehturm ist, aber dennoch bestiegen werden kann. Bereits 2013 besichtigte ich den Jinmao Tower und war von der Aussicht begeistert. Da der Shanghai Tower, der sich bei meinem letzten Besuch noch im Bau befand, inzwischen fertig gestellt wurde, führte mich mein Weg dieses Mal auf den neuen Wolkenkratzer. Der Shanghai Tower ist zwar mit 180 Yuan Eintritt (umgerechnet knapp 22€) nicht gerade billig, aber auf jeden Fall eine lohnenswerte Sehenswürdigkeit. Mit dem schnellsten Aufzug der Welt (18m/sec) ist man in weniger als einer Minute (!) auf der Aussichtsplattform des zweithöchsten Gebäudes der Welt. Der Blick von der 531m hohen Aussichtsplattform ist bei klarer Sicht atemberaubend!

Ein Abendessen in der französischen Konzession

Fernab vom modernen Financial District aber nicht weniger international, liegt die französische Konzession Shanghais. Rund um die Hengshan und Dongping Straße finden sich zahlreiche westliche Restaurants und Cafés. Das Café Green & Safe ist zum Beispiel das wohl westlichste, das ich in meiner gesamten Zeit in China entdeckt habe. Die Cotton Bar, die in einer alten Villa etwas weiter südlich liegt, eignet sich wunderbar für ein leckeres Mittag- oder Abendessen. Bekannt sind aber vor allem auch Tianzifang und Xintiandi, die etwas östlicher und somit näher an den meisten anderen Sehenswürdigkeiten Shanghais liegen. Tianzifang (田子坊) ist ein Komplex aus Designstudios, Boutiquen, Cafés und Restaurants. Besonders am Abend ist es hier sehenswert, aber auch sehr voll. Xintiandi (新天地) hingegen wirkt etwas gehobener und beinhaltet hauptsächlich Cafés und Restaurants. Auch hier lohnt sich ein Stopp!

Die Altstadt im Kontrast zu M50

Besonders gut hat uns auch die Altstadt von Shanghai gefallen, die sich südlich an den ebenfalls sehenswerten und bekannten Yuyuan Garden (豫园) anschließt. Ein ganz klein bisschen erinnert sie an die Hutongs in Beijing, doch ist die Altstadt von Shanghai weitaus unbekannter und nicht so von Touristen überrannt. Das lässt sie deutlich authentischer wirken, zumal hier die Zeit tatsächlich trotz der zentralen Lage in Shanghai stehengeblieben ist: Es ist verhältnismäßig ruhig, kaum bis keine Autos unterwegs und die Menschen unterhalten sich mit ihren Nachbarn auf der anderen Straßenseite. Cafés oder Souvenirläden sucht man vergebens, dafür gibt es kleine Gemüseläden, eine Reihe einfacher Imbisse und den ein oder anderen Antiquitätenladen. Leider verschwinden auch in Shanghai diese alten Teile immer mehr und werden wohlmöglich bald ganz aus dem Stadtbild verschwunden sein. Ein absoluter Kontrast hingegen stellt nicht nur der Financial District, sondern auch der Kunstbezirk M50 (M50创意产业集聚区) dar. Dieser wirkt wie eine kleine Ausführung des 798 Art Districts in Beijing und beinhaltet viele kleine Galerien.

Mein Fazit

Am ehesten erinnert mich Shanghai noch an Hongkong, auch wenn die Stadt in der Volkrepublik China sowohl politisch als auch kulturell eine Sonderrolle hat. Shanghai ist im Vergleich zu Beijing und Nanjing (zu Xi’an sowieso) unglaublich westlich geprägt. Mit ihren Wolkenkratzern und vielen Sehenswürdigkeiten ist die Stadt nicht nur ein beliebter Ort für ausländische Touristen, sondern auch für Chinesen selbst. Shanghai ist die Vorzeigemetropole Chinas, in der man die Zukunft noch näher erleben kann, als irgendwo anders innerhalb des Lands der Mitte. Es ist also nur noch eine Frage der Zeit, wann mich mein Weg wieder nach Shanghai führt.

Wie gefallen dir meine Reiseberichte? Schreibe mir in die Kommentare worüber du besonders gerne liest und was ich deiner Meinung nach verbessern kann. In einem früheren Blogbeitrag kannst du übrigens nachlesen, was der Name „Shanghai“ bedeutet.

Meine Reise nach: Suzhou (苏州)

Am Ende meines Wochenendtrips nach Nanjing (南京) habe ich noch einen Ausflug in die Stadt Suzhou (苏州) unternommen, die häufig als „Gartenstadt“ oder auch „Venedig des Ostens“ bezeichnet wird.

Insgesamt waren es nur etwas mehr als sechs Stunden, die ich in der in der chinesischen Provinz Jiangsu gelegenen Stadt Suzhou verbracht habe, was zeitlich jedoch sehr gut passte. Die Stadt liegt zwischen Shanghai und Nanjing und ist mit dem Schnellzug aus beiden Städten in unter zwei Stunden problemlos zu erreichen. Das Besondere von Suzhou ist, dass es zum einen – am ehesten vergleichbar mit Amsterdam – aus vielen Kanälen besteht, die die Stadt durchqueren, und zum anderen eine Vielzahl besonders schöner Gärten beherbergt.

Eine dieser Gartenanlagen ist der südlich gelegene Pan-Tor-Landschaftspark (盘门景区), der neben alten Teilen der Stadtmauer auch Suzhous einzige noch original erhaltene Schleuse aus dem Jahr 1355 beherbergt, welche jedoch nicht mehr funktionsfähig ist. Eher im Norden der Altstadt von Suzhou gelegen, befindet sich der The Humble Administrator‘s Garten (拙政园), der zum UNESCO Weltkulturerbe gehört und besonders sehenswert ist. Tatsächlich sind die Gärten von Suzhou außergewöhnlich schön, zumal sie besonders viele alte chinesische Bauwerke beinhalten und dadurch zu den authentischsten überhaupt gehören. Außerhalb der Gärten kann man bei Interesse auch mit kleinen Booten durch die Kanäle fahren oder sogar die ganze Altstadt umrunden. Mir erschien dies jedoch eher als eine etwas überflüssige Touristenattraktion, die abgesehen davon mit 180 Yuan (knapp 23€) nicht nur für chinesische Verhältnisse recht teuer war. Viel schöner dafür empfand ich persönlich, einfach an den Kanälen entlang zu schlendern. Besonders gut eignet sich hier der Kanal entlang der Pingjiang Lu (平江路), auf der zudem viele kleine Geschäfte zu finden sind. Dennoch sollte man definitiv auch die kleinen Seitenstraßen erkunden, an denen das wahre Leben Suzhous noch immer zu beobachten ist. Auf der Pingjiang Lu findet man von traditionellen Teehäusern bis zu trendigen Cafés alles. Besonders herausstechen tuen jedoch die vielen Geschäfte, die Schals und Kleider vor allem aus Seide anbieten. Dies hat mit der Vergangenheit Suzhous zu tun, denn im 14. Jahrhundert war die Stadt in gesamt China führend im Bereich der Seidenherstellung und galt als Ort der Eleganz und xx. Heute dürften jedoch viele der als Seide oder Kaschmir angepriesenen Produkte billige Fälschungen sein, was spätestens dann auffällt, wenn im gleichen Geschäft ein angeblicher Burberry Schal für umgerechnet knapp zehn Euro angeboten wird. Anstelle von Antiquitätengeschäften wie in Pingyao, findet man in Suzhou neben Seidengeschäften auch viele Fächermanufakturen und Kunstgeschäfte. Abgesehen von Gärten, Geschäften und Kanälen ist Suzhou auch für seine besonders schönen Museen bekannt, darunter das Suzhou Museum (苏州博物馆) und das Suzhou Seidenmuseum (苏州丝绸博物馆). Leider sind diese an Montagen geschlossen, weshalb ich nicht die Möglichkeit hatte diese zu besichtigen.

Für mich ist Suzhou definitiv ein lohnenswertes Ausflugsziel, auch wenn die Stadt leider inzwischen etwas touristisch ist und die Gärten meistens überlaufen sind. Dennoch sind die Kanäle und die darüber führenden Bogenbrücken sehr sehenswert. Wenn man sich nicht alle Museen angucken möchte, ist Suzhou von Shanghai oder Nanjing aus ein schöner Tagesausflug, ansonsten kann man auch durchaus zwei bis drei Tage in der Stadt bleiben.

Im April geht es für mich in die Millionenmetropole Shanghai. Bis dahin empfehle ich meine bisherigen Reiseberichte, vor allem über Beijing, Hongkong und Nanjing. Weitere Eindrücke über meine Reisen findest Du ebenfalls auf Instagram.

Meine Reise nach: Nanjing (南京)

Wie in meinem Artikel „Die interessanten Bedeutungen von chinesischen Städtenamen“ bereits beschrieben, heißt Nanjing übersetzt „Südliche Hauptstadt“. Doch der historische Hintergrund ist nur einer von vielen, warum Nanjing ein lohnenswertes Ausflugsziel ist.

Unweit von Shanghai entfernt, in der chinesischen Provinz Jiangsu gelegen, hat sich Nanjing zu einer wichtigen und aufstrebenden Metropole Chinas entwickelt, die nicht nur von ausländischen Investoren, sondern ebenfalls von zahlreichen Studenten geschätzt wird. Die Universitätsstadt ist im Vergleich zu vielen chinesischen Städten überraschend westlich geprägt, hat viele schicke Cafés und ist generell ungewöhnlich grün.

Der Purple Mountain (紫金山) ist sowas wie der Central Park von Nanjing, eine riesige Parkanlage im Osten der Stadt. Innerhalb des dicht bewaldeten Parks finden sich die meisten historischen Sehenswürdigkeiten Nanjings, darunter auch das Sun-Yat-sen-Mausoleum (中山陵) sowie das Ming-Xiaoling-Mausoleum (明孝陵). Um zum Sun-Yat-sen-Mausoleum zu gelangen, muss man zunächst hunderte von Stufen erklimmen, da das Mausoleum an einem Berghang errichtet wurde. Doch der Aufstieg, der anstrengender klingt als er tatsächlich ist, lohnt sich, denn bei schönem Wetter belohnt zusätzlich die tolle Sicht auf Nanjing. Der Name des Sun-Yat-sen begegnet einem in Nanjing immer wieder, denn hier wurde er zum ersten Präsidenten der Republik China ernannt. Unter anderem deshalb wird er noch heute sowohl in der Volksrepublik China als auch der Republik China auf Taiwan von vielen Menschen verehrt. Außerhalb des Parks, in dem man ohne Probleme einen ganzen Tag verbringen kann, sind zwei der Hauptsehenswürdigkeiten Nanjings das Nanjing-Museum (南京博物馆) und der Präsidentenpalast (总统府). Der äußerst sehenswerte Präsidentenpalast, der auf dem Fundament eines Palastes aus der Ming-Dynastie errichtet wurde, diente unter anderem der Regierung von Sun-Yat-sen als Amtssitz. Doch neben dem geschichtlichen Nanjing und den Mausoleen, Museen und Denkmälern, gibt es auch das moderne Nanjing. Der 1912 District ist beispielsweise eine bekannte Adresse für Expats und somit für westliche Restaurants und Cafés, aber auch für Bars und Diskotheken. Rund um Xin Jie Kou (新街口), dem Zentrum Nanjings, gibt es ebenfalls viele Cafés und Malls mit internationalen Designer-Marken, deren Produkte im Vergleich zu Deutschland aufgrund der hohen Luxussteuer jedoch zumeist sehr teuer sind. Ein paar Kilometer weiter nördlich von Xin Jie Kou befindet sich im Übrigen das dritthöchste Gebäude der Volksrepublik, der Zifeng Tower (紫峰大厦), welcher noch einmal mehr die Modernität und den Fortschritt Nanjings unterstreicht.

Für mich war Nanjing die lange Anreise von Xi‘an wert, dennoch würde ich behaupten, dass die Stadt auf einer Reise nach China kein Must-See ist. Wenn man sich aber näher mit chinesischer Geschichte beschäftigen möchte, vor hat in China zu studieren, oder sich aus wirtschaftlichen Interessen in China befindet, kann Nanjing ein durchaus lohnenswertes Ziel sein.

Im Anschluss an meine dreitägige Reise nach Nanjing bin ich noch weiter nach Suzhou gereist, eine Stadt, die noch einmal ganz anders als Nanjing ist. Die Kanalstadt, die häufig als das „Venedig Chinas“ bezeichnet wird, sollte man hingegen keinesfalls verpassen.

Folge mir auf Instagram, um noch mehr Bilder von meinem China-Abenteuer zu sehen und als Erster zu erfahren, wenn der Beitrag über Suzhou veröffentlicht wird.

Meine Reise nach: Pingyao (平遥)

Meine Reise nach Pingyao liegt nun schon einige Wochen zurück. Grund genug, nun endlich einen neuen Reisebericht zu veröffentlichen.


Pingyao ist eine fast ganz normale Kleinstadt in der chinesischen Provinz Shanxi. Ganz normal, wäre da nicht noch die Altstadt von Pingyao, die eine der besterhaltenen historischen Städte Chinas ist. Sobald man die Stadt durch eines der Tore betritt, befindet man sich in einer anderen Welt: Es fahren keine Autos mehr, moderne Häuser oder gar Hochhäuser sind ebenfalls nicht zu finden und Leuchtreklamen oder Fast-Food-Ketten sucht man vergeblich. Anstelle von Motoren hört man Personen, die sich unterhalten, anstelle von Abgas riecht man frisch zubereitete Köstlichkeiten. Entlang der breiteren Straßen, vor allem der Nan Dajie (南大街), finden sich neben Restaurants auch allerlei kleine Läden, die Souvenirs und Antiquitäten an die abertausenden Touristen verkaufen, die jedes Jahr in das kleine Städtchen strömen. Verlässt man die Hauptstraßen und erkundet die Seitenstraßen, fällt es häufig gar nicht auf, dass man an kleinen Hostels und nett eingerichteten Hotels vorbeigeht, die sich in den unter Denkmalschutz stehenden Gebäuden niedergelassen und somit dem Stadtbild von Pingyao angepasst haben.

Insgesamt gibt es in der Altstadt von Pingyao, die durch eine imposante und noch vollständig intakte Stadtmauer (城墙) vom neuen Teil der Stadt abgegrenzt ist, noch fast 4000 Residenzen aus der Ming- und Qing-Dynastie. Manche wurden zu besagten Hostels, Hotels, Restaurants oder Läden umfunktioniert, doch tatsächlich leben auch noch knapp 30.000 Einwohner innerhalb der Mauern. Allerdings ist davon auszugehen, dass die meisten der Bewohner inzwischen unmittelbar vom Tourismus leben. Für die Touristen, die durch die Anbindung an das High-Speed-Schienennetzwerk inzwischen noch einfacher und schneller nach Pingyao gelangen, gibt es nämlich einiges zu bestaunen: Manche der alten Residenzgebäude sind in Museen umgewandelt, zusätzlich gibt es viele Tempelanlagen besichtigen und natürlich die Stadtmauer zu besteigen.

All diese Sehenswürdigkeiten hat Pingyao seiner Vergangenheit zu verdanken. Einst war die Stadt, damals durch ihr Bankenwesen geprägt, eine der reichsten Chinas. Hier entstanden nicht nur die ersten Banken des Landes, sondern auch der Scheck wurde hier erfunden. Noch heute kann man einige der Schecks sehen und die alten Bankgebäude besichtigen. So sollte man auf jeden Fall das Rishenchang-Geldinstitut (日升昌) besuchen, welches die erste Wechselbank Chinas war und heute ein sehr sehenswertes Museum ist. Wenn man sich die Museen, Tempel und weitere Sehenswürdigkeiten von Pingyao anschauen möchte (was ich empfehlen würde!), kann man sich ein entsprechendes Ticket nur an den Eingangstoren der Stadt kaufen. Ein solches Kombi-Ticket, mit dem man alle 18 bedeutsamen Gebäude Pingyaos besichtigt werden können, kostet 150 Yuan, umgerechnet etwas weniger als 20€. Auch wenn man nur ein oder zwei Sehenswürdigkeiten besichtigen möchte, muss man das Ticket erwerben, Einzeltickets werden nicht angeboten.

Doch man hat Pingyao nicht gesehen, wenn man sich nur die alten Gebäude innerhalb der Stadt anguckt. Westlich der Stadtmauer, vom West-Tor in ca. 10 Minuten fußläufig zu erreichen, steht ein großes, unscheinbares und relativ neu aussehendes Gebäude. In diesem findet die Performance „Ancient Pingyao Once More“ (Das antike Pingyao noch einmal) statt. Dass „lebende Drama ohne Bühne“, wie es häufig genannt wird, war für mich eines der Highlights des Trips. Während der ca. 1,5-stündigen Vorstellung wird man durch verschiedene Hallen geführt, in denen das antike Pingyao zur Zeit der Qing-Dynastie künstlich aber unglaublich realistisch nachgestellt wurde. Die Schauspieler interagieren mit den Zuschauern, sodass man selbst zum Bestandteil der Geschichte wird. Mit umgerechnet etwa 25€ ist die Vorstellung für chinesische Verhältnisse nicht ganz günstig, dass Erlebnis in eine andere Zeit zurückversetzt zu werden, sollte man sich aber keinesfalls entgehen lassen.

Pingyao ist definitiv einen Besuch wird. Je nachdem, wie viel Zeit man sich lassen möchte, kann man von Xi’an oder Beijing auch durchaus die Stadt als Ausflugs innerhalb eines Tages erkunden. Für mich persönlich waren zwei Tage aber eine sehr gute Länge. Auch wenn die Stadt äußerst sehenswert ist und auf einer Reise nach Shanxi nicht fehlen sollte, merkt man dennoch, dass auch Pingyao als UNESCO Weltkulturerbe immer touristischer wird. Nicht ohne Grund zieht die ARD in einem kurzen Bericht über Pingyao das Fazit, dass der zunehmende Tourismus die Gefahr birgt, dass Pingyao zum „steinernen Freilichtmuseum“ wird.


Hast Du schon meine Reiseberichte über Beijing, Hongkong und Australien gelesen?

Meine Reise nach: Melbourne, Australien (墨尔本, 澳大利亚)

Über die Weihnachtsfeiertage und Neujahr habe ich meine australischen Verwandten in Melbourne besucht. Daher war diese Reise vor allem ein Familienbesuch und weniger ein Sightseeing-Urlaub, doch lese selbst!


Es hat fünf Jahre gedauert, bis ich nun endlich – inzwischen zum fünften Mal – wieder meinen Weg nach Australien gefunden habe. Australien ist neben den USA eines meiner Lieblingsländer und Melbourne, neben New York und Paris, eine meiner bisherigen Lieblingsstädte. Nicht ohne Grund ist Melbourne 2017 bereits zum siebten Mal in Folge (!) vom britischen Economist zur lebenswertesten Stadt der Welt gekürt worden und hat damit Vancouver als bisherigen Rekordhalter mit sechs Auszeichnungen in Folge vom Thron gestoßen.

Inzwischen hat die nach Sydney zweitgrößte Stadt Australiens über 4,5 Millionen Einwohner und ist zu einem internationalen Hotspot geworden. Doch was macht Melbourne so lebenswert? Unabhängig von den offiziellen Kriterien (Stabilität, Gesundheitsversorgung etc.), ist es für mich ganz persönlich eine Kombination aus Kultur, Klima und Kulisse. So ist die Lage direkt am Meer für mich unschlagbar, die vielen Restaurants und Bars in den Seitenstraßen der Innenstadt einzigartig, die Menschen unglaublich warmherzig, das kulturelle Angebot vielseitig, …

Speziell im direkten Vergleich zu Xi’an fallen viele dieser Punkte noch stärker ins Gewicht. So war ich beispielsweise wahnsinnig glücklich wieder Sterne zu sehen, frische Luft zu atmen und ein sattes Grün zu sehen sowie wieder alles verstehen und lesen zu können.

 

Melbourne hat selbstverständlich auch viele Sehenswürdigkeiten zu bieten. So ist die City selbst zum Flanieren, Shoppen und Ausgehen definitiv einen Besuch wert. Sehenswert sind neben den vielen kleinen Geschäften in den Laneways vor allem die Royal- und die Block Arcade, in denen unter anderem auch das älteste Café Melbournes zu finden ist. Sehr praktisch ist auch, dass viele der großen Shopping-Center (die bekanntesten sind Meyer und David Jones) in der Innenstadt durch Brücken miteinander verbunden sind. Neben den Geschäften sollte man sich aber auch die alten Bankgebäude der Stadt nicht entgehen lassen, die von innen häufig sehr imposant gestaltet sind. Noch spektakulärer als die Bankgebäude ist die Central Library, in der nicht nur Bücher sondern auch Gemälde Platz finden. Möchte man einmal eine Pause einlegen, ist der nahgelegene Botanische Garten definitiv einen Besuch wert. Dieser ist in meinen Augen einer der schönsten seiner Art und nicht nur super zentral gelegen, sondern auch wahnsinnig schön angelegt. Mein Tipp ist, es sich in dem kleinen Café am See des Gartens gemütlich zu machen und die dortigen Scones mit Jam und Cream zu probieren, die fantastisch schmecken. Ebenfalls im CBD ist der bekannte Bahnhof Flinders Street Station zu finden, der direkt an den Yarra River grenzt. Vom Bahnhof aus kann man beispielsweise die kostenlose City Circle Tram nehmen, die innerhalb von einer knappen Stunde die Innenstadt umrundet und eine beliebte Touristenattraktion ist.

Außerhalb des CBDs ist die Beach Road ein tolles und lohnenswertes Ziel, vor allem für eine Fahrradtour. Auf der einen Seite hat man die Millionen teuren Villen, auf der anderen Seite die Melbourne Bay. Wird es beim Fahrradfahren einmal zu heiß, kann man sich direkt im Meer abkühlen und im Anschluss an einen der vielen Strände sonnen. Besonders sehenswert ist der Strandabschnitt von dem Stadtteil Brighton, an denen die kleinen und bunt bemalten Bathing Boxes stehen. Weitere bekannte Sehenswürdigkeiten innerhalb der Stadt sind der Eureka Tower, Albert Park und der Melbourne Zoo. Für Tagestouren außerhalb von Melbourne eignen sich vor allem die Dandenong Mountains und Phillip Island, möchte man eine etwas größeren Ausflug machen, kann man auch mit der Fähre bis nach Tasmanien fahren oder an der traumhaft schönen und weltbekannten Great Ocean Road mit dem Auto entlang bis zu den zwölf Aposteln fahren. Was man auch immer in Melbourne macht, eine Sache sollte man auf keinen Fall auslassen: Fish & Chips am Strand zu essen!

Für mich war die Reise nach Melbourne definitiv eine wahre Bereicherung und ich kann es jetzt schon kaum erwarten wieder zurückzukehren, in der Hoffnung, dass ich nicht wieder fünf Jahre brauche.


Lese gleich weiter und erfahre mehr über meine bisherigen Reisen nach Beijing und Hongkong!

Meine Reise nach: Hongkong (香港)

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Vergangene Woche bin ich für sieben Tage nach Hongkong gereist, hauptsächlich um meinen dort lebenden Großcousin zu besuchen. Was ich in der Weltstadt, in der knapp 7 Millionen Menschen leben, alles erlebt habe und was es dort für Sehenswürdigkeiten gibt, erfährst Du in diesem Reisebericht.


Hongkong ist eine der vielfältigsten Städte, die ich bisher kennengelernt habe. Es ist eine Stadt, die es in Punkten der Attraktivität und Internationalität mit Städten wie London und New York aufnehmen kann, nur, dass Hongkong eine Metropole in Asien und nicht in Europa bzw. Nordamerika ist. Wenn ich Hongkong in nur drei Begriffen zusammenfassen müsste, so würde ich wohl mit (1) vielseitig, (2) multikulturell und (3) überraschend antworten. Zwar war ich zuvor bereits in Hongkong, hatte bei meiner jetzigen Reise aber das erste Mal die Möglichkeit, die Stadt genauer zu erkunden und kennenzulernen.

Weltbekannt ist die Stadt Hongkong, welche bis 1997 zum Vereinigten Königreich gehörte und inzwischen eine Sonderverwaltungszone von China ist, wohl vor allem durch den Victoria Harbour und die atemberaubende Skyline. Besonders eindrucksvoll ist es, wenn man die Wolkenkratzer, die sich hauptsächlich auf Hongkong Island befinden, von der anderen Seite der Bucht, aus dem Stadtteil Kowloon, betrachtet. Empfehlenswert ist dies besonders bei Dunkelheit, denn dann erstrahlen die Gebäude in bunten Farben. Schon lange kein Geheimtipp mehr ist die Symphony of Lights Lichter-/Lasershow, die jeden Abend um 20:00 Uhr stattfindet und mit Musik synchronisiert wird. Egal, ob von der Uferpromenade oder von einem der vielen Touristenboote aus, das Schauspiel, das die Wolkenkratzer noch heller erleuchten lässt als sie eh schon sind, ist phänomenal!

Doch nicht nur von der Uferpromenade aus hat man einen tollen Blick auf die Skyline, es gibt eine ganze Reihe anderer Orte: So ist beispielsweise der Victoria Peak (häufig einfach als The Peak bezeichnet) ein bekannter und zugleich beliebter Ort, um auf die Wolkenkratzer herabzublicken und Selfies zu machen. Kostengünstigere und meines Erachtens sogar noch schönere Varianten sind die Berge in Nord-Kowloon. Anstelle mit einer Tram auf den Gipfel zu fahren, wandert man hier hinauf und hat als Belohnung einen ebenfalls beeindruckenden Blick auf die Stadt. Mit einem Aufstieg von ca. 2 Stunden ist der Wanderweg zum Lion Rock sehr zu empfehlen. Auf dem Weg nach oben begegnet man sogar mit großer Wahrscheinlichkeit dem einen oder anderen Affen, der dort auf Futtersuche von Baum zu Baum springt. Ebenfalls zu empfehlen und noch einmal etwas ganz anderes ist der Ausblick vom ICC Tower, dem mit 484 Metern höchsten Gebäude Hongkongs. So gibt es hier eine Aussichtsplattform, für die man 150 HKD (umgerechnet ca. 16€) Eintritt zahlen muss. Mein Geheimtipp, der deutlich exklusiver und sogar kostengünstiger sein kann, ist die Bar vom Ritz-Carlton Hotel, die sich ebenfalls im ICC Tower befindet und noch höher als die reguläre Aussichtsplattform liegt. Zwar wird man hier dazu aufgefordert mindestens einen Drink zu kaufen, bleibt es jedoch bei dem einem kommt man je nach Getränk sogar kostengünstiger davon und hat dafür eine noch spektakulärere Aussicht (die Bar ist ab 17:00 Uhr für jedermann zugänglich). Eine weitere Möglichkeit ist eine der vielen Roof-Top Bars Hongkongs auszuprobieren, was ein Muss für jeden Hongkong-Reisenden ist bzw. sein sollte.

Doch warum ist Hongkong für mich unter anderem und vor allem vielseitig? Vielseitig ist die Metropole, da es in unmittelbarer Nähe der Wolkenkratzer wahnsinnig viel zu entdecken gibt. So fühlt man sich in Kowloon oftmals wie in einer chinesischen Großstadt, doch fährt man mit einer der wohl bekanntesten Fähre der Welt, der Star Ferry, auf das fünf Minuten entfernte Hongkong Island, so fühlt man sich wie in einer europäischen Metropole. Diese Unterschiede entstehen sowohl durch die ansässigen Geschäfte, als auch die dort lebenden Menschen und teilweise zu beobachtenden Preisunterschiede. Doch Hongkong hat noch weit mehr zu bieten, was die Stadt zu einer so vielseitigen macht. Insgesamt besteht Hongkong nämlich aus rund 260 Inseln und ist zu 70% mit Bergen und Wäldern bedeckt. So braucht es keine 30 Minuten von der belebten Nathan Street in Kowloon bis zu einem Sandstrand, einem unter der Woche einsamen Fischerdorf oder einem nahezu tropischen Nationalpark. Orte, die ich besucht habe und weiterempfehlen kann, sind unter anderem die Insel Cheung Chau, die per Fähre zu erreichen ist, und der Ort Stanley, dessen Sandstrand mit einem der vielen Buse von Central leicht zu erreichen ist.

Wenn man nun noch immer kein Erinnerungsfoto gemacht hat und dafür einen ganz besonderen Ort sucht, sollte man dem Instagram Pier einen Besuch abstatten. Zwar ist der Name nur inoffiziell, der offizielle Name Western District Public Cargo Working Area klingt aber bei weitem nicht so schön. Von hier aus hat man ebenfalls einen tollen Blick auf die Stadt, sollte sich aber in Acht nehmen, denn wenn ein größeres Schiff vorbeifährt, kann man wenn man nicht aufpasst schon mal schnell nasse Füße bekommen. Zu erreichen ist der Pier ganz einfach von der Metrostation HKU. Der Campus der bekannten HKU (Honkong University) ist im Übrigen auch sehr sehenswert und einen Besuch wert.

Einige weitere Sehenswürdigkeiten, die man nicht verpassen sollte, sind unter anderem der Fischmarkt von Aberdeen oder des noch kleineren Ortes Yau Tong, die Doppeldecker-Straßenbahnen auf Hongkong Island, die riesigen Shopping-Centren der Stadt, der Temple-Street Nachtmarkt oder der recht ähnliche Ladies-Market in Kowloon, die Restaurants in Soho und die riesigen Mid-Levels-Rolltreppen sowie die Tunnel und Brücken, die die Wolkenkratzer in Central miteinander verbinden. Tagesausflüge, die ich jedoch nicht gemacht habe, sind unter anderem nach Macau, ins Disneyland oder zum großen Buddha auf Lantau Island möglich.


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Die Chinesische Mauer – Ein Ort, den jeder gesehen haben sollte

Die Straßen Beijings sind noch leer und der Lärm der Stadt als solcher kaum wahrnehmbar, als uns noch vor Einbruch der Morgendämmerung unser chinesischer Bekannter abholt. Tatsächlich ist er zu diesem Zeitpunkt noch gar kein Bekannter, sondern vielmehr eine Person, mit der wir am Vortag einige Male per WeChat hin und her geschrieben haben. Mit dem Allrad-betriebenen Auto seines Vaters geht es nun los, los in Richtung Abenteuer Chinesische Mauer!

Die Chinesische Mauer, die häufig auch als Große Mauer bezeichnet wird, ist eines der wohl bekanntesten und zugleich beeindruckendsten Bauwerke der Erde. Mit einer Gesamtlänge von mehr als 21.000 km ist sie zudem sowohl hinsichtlich des Volumens als auch der Masse das größte Bauwerk der Welt. Bereits im 7. Jahrhundert v. Chr. begann man im kaiserlichen China mit dem Bau der Mauer, mit dem Ziel vor Augen, das chinesische Kaiserreich vor nomadischen Völkern zu schützen. Trotz ihrer gigantischen Ausmaße verfehlte die Mauer meistens ihr Ziel und stellte kein großes Hindernis für Angreifer dar. So überrannte die mongolische Armee die Mauer genauso wie die Mandschu. Im Verlaufe der Zeit und mit Anbruch des 19. Jdt. wurde die Mauer nutzlos, denn die Feinde kamen immer häufiger übers Meer. Deshalb geriet sie irgendwann in Vergessenheit und diente fortlaufend höchstens als Steinbruch. Obwohl die UNSECO die Mauer bereits 1987 zum Welterbe erklärte, ist sie erst seit dem Jahr 2006 offiziell geschützt. Im Jahr 2007 wurde sie dann im Rahmen einer Privatinitiative von 70 Millionen Menschen zu einem der „sieben neuen Weltwunder“ gekürt.*

Den Titel eines der sieben neuen Weltwunder zu sein hat sich die Mauer unserer Meinung nach redlich verdient. Nach einer etwa eineinhalb stündigen Autofahrt erreichen wir zwar immer noch nicht die Mauer, dafür aber den Punkt, an dem der Aufstieg beginnen soll. Im Vorfeld haben wir uns für das Mauerstück bei Jiankou entschieden, welches wir nun von der Südseite aus erklimmen wollen. Das Erklimmen der Mauer ist jedoch einfacher gesagt als getan. Der Aufstieg zu diesem Mauerstück ist nicht nur anstrengend, sondern auch gefährlich und sogar verboten. Da sowohl Zhengxing, unser chinesischer „Bekannter“, als auch mein Reiseführer jedoch dieses Stück empfehlen, lassen wir uns nicht Abhalten und beginnen mit dem Aufstieg.

Ich spüre förmlich die Energie und Motivation, die die frische Landluft und das zu erwartende Ziel in mir entfachen. Mit reichlich Proviant ausgestattet und voller Tatendrang begeben wir uns auf den Wanderweg, der schon nach kurzer Zeit immer schwerer auszumachen ist und noch nicht einmal mehr einem Trampelpfad gleicht. Schritt für Schritt und mit eisernem Willen gehen, nein vielmehr klettern wir in Richtung Mauer. Anstelle, dass wir nun aber die Mauer erblicken, stehen wir plötzlich inmitten eines Ackers. Dies veranlasst mich dann doch dazu meine zuvor abgespeicherte Karte einzusehen und zum Unmut aller festzustellen, dass wir während den vergangenen 30 Minuten einen völlig falschen Weg eingeschlagen haben. Inzwischen wieder auf dem richtigen Pfad angekommen, läuft Zhengxing, den ich mittlerweile als chinesischen Bekannten einstufen würde, schon der Schweiß die Stirn hinab. Doch mit jedem weiteren Höhenmeter ging es mir ähnlich, zumal die Passagen immer steiler, rutschiger und somit auch gefährlicher wurden.

Bereits zwei Tage zuvor hatten wir ein anderes Mauerstück besucht: Mutianyu. Dieses ist neben Badaling eines der bekanntesten Abschnitte der Chinesischen Mauer und unweit Beijing entfernt. Entgegen Jiankou ist Mutianyu jedoch ein Mauerstück, welches restauriert und touristisch gut erschlossen ist. Wahlweise können Touristen den Sessellift oder die Seilbahn nutzen, um zur Mauer zu gelangen. Im Anschluss geht es dann für die meisten Besucher mit einer Rodelbahn wieder zurück ins Tal, wo sie schon von den Reisebussen und Souvenir-Verkäufern erwartet werden. Aufgrund der gewaltigen Dimensionen der Mauer gibt es jedoch unzählige weitere, deutlich weniger populäre Orte, an denen sich die Mauer erklimmen lässt. Einige davon sind restauriert, die meisten jedoch sogenannte „wilde“ Abschnitte, die nur vereinzelt von abenteuerlustigen Touristen aufgesucht werden.

Doch erst das wilde Mauerstücke von Jiankou ist es, was bei uns diesen „Wow-Moment“ auslöst, als wir nach drei zähen Stunden endlich oben ankommen. Der Blick ist einfach unbeschreiblich und entschädigt für alle Mühen des Aufstiegs. Gemeinsam mit Zhengxing, den ich nun beinahe als Freund einstufen würde, lassen wir den Blick bis zum Horizont schweifen, an dem noch immer kein Ende der Mauer in Sicht ist. Und würde man bis zu diesem Punkt laufen und erneut den Horizont betrachten, so sähe man wohl immer noch die Mauer.

Den Moment, an dem ich zum ersten Mal die Mauer erblickte, werde ich wohl nie vergessen. Ohne meine Offline-Karten-App, die sich für jeden Touristen empfiehlt, der die Mauer in einem wilden Stück besteigen will, wäre der Aufstieg für uns wohl unmöglich gewesen, da es unzählige Abzweigungen und keinerlei Beschilderung gab. Oben angekommen, total erschöpft aber doch froh, dass wir durchgehalten haben, können wir dann endlich anfangen zu genießen: Wir haben es geschafft, wir sind auf einem der atemberaubendsten und beeindruckendsten Bauwerke der Welt!

Es ist genau dieses Mauerstück, das uns ein Gefühl für die bewegte Geschichte, für die Anstrengungen der Erbauer und für die gewaltigen Dimensionen der Mauer gibt. Unzählige Stunden lässt es sich auf ihr entlangwandern, entlangklettern oder auch einfach in Ruhe entlangschauen. Die Chinesische Mauer ist für mich ein Ort voller Magie, aber vor allem ein Ort, den jeder einmal gesehen haben sollte.

*Die genauen Kennzahlen der Chinesischen Mauer wurden von mir am 19.11.2017 auf der Wikipedia-Seite abgerufen.

Meine Reise nach: Beijing (北京)

Endlich ist es vollbracht. Mit reichlich Verspätung erscheint nun mein Blogbeitrag zu Beijing! Vergangenen Monat habe ich eine achttägige Reise in die chinesische Hauptstadt unternommen. Ihr wollt auch nach Beijing reisen oder seid neugierig, was ich erlebt habe? Dann lest hier mehr über meine tollsten Erlebnisse und spannendsten Eindrücke. Neben vielen Hintergrundinformationen und chinesischen Übersetzungen zu den Hauptsehenswürdigkeiten findet Ihr ebenfalls eine Vielzahl an Bildern, die meine Beschreibungen hoffentlich noch anschaulicher machen.


Tag 1: Ankunft mit 300 km/h

Mit dem „Bullet Train“ ging es Samstagmorgens von Xi’an nach Beijing. Für die knapp 1000 km lange Strecke (von Flensburg bis nach München sind es gerade einmal 750 km) brauchte der Zug bei einer Geschwindigkeit von 300 km/h gerade einmal 4,5 Stunden. Nachdem wir – eine Freundin aus Nanjing und ich – in unser Hostel eigecheckt hatten, machten wir uns auf den Weg die Stadt zu erkunden. Dabei kamen wir am Beihai Park (北海公园; Beihai Gongyuan) vorbei, der durch seine Tempelanlagen und den großen, mittig gelegenen See, eine tolle Atmosphäre ausstrahlte. Im Park erklommen wir einen Hügel und stiegen hinauf zu der weißen Pagode, von der aus wir einen wunderbaren Überblick über die Parkanlage und Teile Beijings hatten. Inzwischen war es dunkel, doch eine Fülle von Lichtern ließ den Himmel hell erleuchten, was wirklich ein unvergessliches Erlebnis gleich am ersten Abend war.

Tag 2: Nationalfeiertag auf dem größten Platz der Welt

Unser erster voller Tag in Beijing, der heutigen Hauptstadt der Volkrepublik China, war ein ganz besonderer: Es war der 1. Oktober, Chinas Nationalfeiertag, an dem 68 Jahre zuvor von Mao Zedong die Volkrepublik ausgerufen wurde. Wie jeden Tag fand auch an diesem Sonntagmorgen die Fahnenzeremonie auf dem Tiananmen-Platz (天安门广场; Tiananmen Guangchang) statt, bei der Soldaten der Volksbefreiungsarmee vor dem Tor des Himmlischen Friedens (天安门; Tiananmen) die chinesische Flagge hissten. Schon an normalen Tagen muss man früh sein, um die Zeremonie, die bei Sonnenaufgang startet, aus einem guten Blickwinkel verfolgen zu können. Wir mussten uns an diesem Morgen jedoch noch früher auf den Weg machen (bereits um 4:15 Uhr), da man davon ausgehen konnte, dass der Platz sich aufgrund des Nationalfeiertages deutlich schneller füllen würde als an gewöhnlichen Tagen. Die Zeremonie selbst war unserer Ansicht nach gar nicht besonders spektakulär, dafür aber die Menschenmassen, die sich versammelten, um diese zu beobachten. Wir quetschten uns vorbei an unzähligen Chinesen, um einen einigermaßen guten Blick zu erlangen. Zwar konnten wir selbst kaum sehen, wie die Fahne gehisst wurde, dafür das Ganze aber auf den zahlreichen Smartphones verfolgen, die um uns herum in die Luft gehalten wurden. Zum Ende der Zeremonie hin wurden dann aufgrund des Feiertages auch noch Vögel fliegen gelassen, was eine große Begeisterungswelle mit sich zog. Nachdem die Fahne gehisst und Zeremonie vorüber war (sie dauerte nicht einmal zehn Minuten), schlenderten wir für eine ganze Weile über den Tiananmen-Platz, der im Übrigen der größte öffentliche Platz der Welt ist. Dabei gingen wir am Mao-Mausoleum (毛主席纪念堂; Mao Zhuxi Jiniantang) vorbei, welches sich in der Mitte des Platzes befindet und den aufgebahrten Leichnam des einstigen chinesischen Staatspräsidenten beherbergt. Östlich des Platzes liegt das Chinesische Nationalmuseum (中国国际博物馆; Zhongguo Guoji Bowuguan), welches das größte Museum der Welt ist, westlich die Große Halle des Volkes, welche das Parlamentsgebäude der Volkrepublik ist. Nachdem wir in einer Seitenstraße ein paar Baozi gefrühstückt hatten, führte uns unser Weg in die Verbotene Stadt (紫禁城; Zijin Cheng), der abgesehen von der Chinesischen Mauer wohl bekanntesten Sehenswürdigkeit Beijings und einer der bekanntesten Chinas. Die Verbotene Stadt ist ein Ensemble historischer Bauten und die größte Palastanlage der Welt. Hier lebten viele der einstigen Kaiser über mehrere Dynastien hinweg. Ein Highlight der Anlage war die Uhrenaustellung (钟表馆; Zhongbiao Guan), die aus einer Ansammlung von spektakulären und eigens für den Kaiser angefertigten Uhren besteht. So gab es einige, die mehrere Meter groß waren und andere, die in prunkvolle Skulpturen eingearbeitet wurden. Nicht so spektakulär wie erwartet aber dennoch nett anzusehen war die Uhrenvorführung, bei der einige der kleineren Exemplare wie eine Art chinesische „Kuckucksuhr“ ihr Kunststück vorführten. Nachdem wir uns nun für einige Stunden in den alten Gemäuern aufgehalten hatten und es sich immer weiter füllte, entschieden wir uns die Verbotene Stadt zu verlassen und weiter in die Hutongs (胡同; Hu Tong) zu gehen. Wir streiften ein wenig umher, beschlossen dann jedoch uns in ein Café zu setzten und am nächsten Morgen noch einmal zurückzukehren. Nachdem wir dann endlich mit Hilfe einiger Chinesen ein Café ausfindig gemacht hatten und dort einen westlichen Kaffee genossen (meistens findet man in Chinas nach meinem jetzigen Kenntnisstand nur Instant-Kaffee), fuhren wir mit der U-Bahn zu einem der größten Märkte Beijings, dem Panjiayuan-Markt (潘家园古玩市场; Panjiayuan Guwan Shichang). Vor allem am Wochenende reihen sich hier Stand an Stand, Antiquitäten an möchtegern Antiquitäten und alles, was man sich sonst noch vorstellen kann. Angefangen bei Kalligrafien bis hin zu Teppichen und Büchern ist auf diesem Markt alles vertreten. Wir waren begeistert von der großen Vielfalt und verbrachten einige Stunden damit uns die Stände anzugucken und mit dem einen oder anderen Händler in unserem gebrochenen Chinesisch zu verhandeln, um einige tolle Souvenirs zu ergattern. Zwar waren wir nun schon seit mehr als zwölf Stunden auf den Beinen, dennoch war unser Tag noch lange nicht vorbei. Für unser Abendessen fuhren wir zurück ins Zentrum, genauer gesagt zu der bei Touristen sehr beliebten Wangfujing Street. Hier findet man wirklich alles, was auch nur irgendwie essbar ist und von den Touristen als typisches chinesisches Essen angesehen werden kann. Bevor wir uns jedoch diesen „Spezialitäten“ widmeten, aßen wir erst einmal eine Peking Ente (烤鸭; Kao Ya), dem wohl bekanntesten Gericht der Stadt und einem Must-Eat für jeden Beijing-Touristen. Wenn man jedoch keine Ahnung hat wie man diese isst sollte man sich dies vorher einmal erklären lassen, denn sonst isst man wohlmöglich die Pfannkuchen und Gurkenscheiben als Beilage. Trotz des Faktes, dass ich halbwegs wusste, wie ich die Peking Ente zu essen hatte, war ich vom Geschmack doch etwas enttäuscht. Die Realität kann meiner Ansicht nach nicht wirklich mit dem Ruf bzw. Bekanntheitsgrad mithalten. Nach dem Abendessen stürzten wir uns erneut in das Getrubel der recht engen Wangfujing Straße. Die Krönung des Tages war dann, dass wir einen Spieß mit frittierten Skorpionen kauften. Getreu dem Gedanken „Wenn Du nicht probierst, kannst Du auch nicht darüber urteilen“ haben wir tatsächlich probiert und sogar alle vier Skorpione aufgegessen, denn diese schmeckten tatsächlich gar nicht so schlecht. Geschmacklich und von der Konsistenz her ähnelten diese unseren Chips und waren somit einmal ein ganz abwechslungsreicher Snack.

Tag 3: Eine Louis Vuitton Tasche für 400 Yuan

Wie gestern beschlossen starteten wir unseren heutigen Tag mit einem Frühstück in den Hutongs (胡同; Hu Tong), die wir uns gestern nur sporadisch angeguckt hatten. Als Hutongs bezeichnet man die kleinen, altertümlichen und leicht heruntergekommenen Gassen in Beijing. Leider werden die teilweise sogar unter Denkmalschutz stehenden Hutongs immer öfters abgerissen, weshalb es immer schwerer wird, dass „ursprüngliche“ Beijing zu entdecken. Von drei Gebieten, in denen wir während der Reise die Hutongs besuchten, gefielen uns die heutigen im Stadtteil Houhai am besten. Rund um den Rundeli-Naschmarkt (润得立菜市场; Rundeli Caishichang) gab es hier viele kleine Gassen, uns verwundert anschauende Bewohner und allerlei kleine Stände mit köstlichem Essen. Wir probierten die verschiedensten Dinge, ohne überhaupt eine Idee davon zu haben, was wir da gerade eigentlich aßen. Wir verirrten uns immer tiefer in die Gassen bis wir dann schließlich bei den Geschäften östlich der Houhai-Seen (后海湖; Houhai Hu) herauskamen. Hier gab es viele Bars, Souvenirläden und überteuerte Restaurants. Von dort aus arbeiteten wir uns immer weiter östlich vor, vorbei an dem imposanten Trommelturm (鼓楼; Gulou) und Glockenturm (钟楼; Zhonglou) bis zum Lamakloster, das noch einmal weitere 2 km entfernt lag. Das Lamakloster (雍和宫; Yonghe Gong) ist der berühmteste buddhistisch-tibetische Tempel außerhalb Tibets und diente bis zum Jahre 1744 als Kaiserresidenz. Besonders imposant und unbedingt einen Besuch wert ist die 18 m hohe Buddha-Statue im Wanfu-Pavillon innerhalb des Klosters, die aus einem einzigen Baum geschnitzt ist. Das volle Kontrastprogramm bot dann unser nächster Stopp, die Silk Street. Ich weiß nicht genau was ich mir vorgestellt hatte, auf jeden Fall nicht das, was uns hier erwartete! Wir stiegen aus der U-Bahn aus und standen schon mitten drin, in einem riesigen, durchaus schick und modern eingerichteten Kaufhaus, das ausschließlich Markenplagiate anbietet. Von Gucci über Prada bis hin zu Louis Vuitton und vielen anderen High-End-Marken wurde alles so präsentiert, als würden die Artikel echt sein. Ich war völlig überfordert mit der Fülle an Fälschungen, zumal ich in China bis dato deutlich weniger davon gesehen hatte, als ich zurück in Deutschland angenommen hatte. Aus reiner Neugierde fragte ich bei einigen Artikeln nach dem Preis und verhandelte sogar, selbstverständlich mit dem Wissen, dass ich mir niemals ein Plagiat kaufen würde. So wurde mir beispielsweise eine Louis Vuitton Tasche (Neupreis in Deutschland knapp 1500€) im ersten Geschäft für 2500 Yuan, also umgerechnet 300€, angeboten. Bis ich das Geschäft verlies ging die Verkäuferin bis auf 1000 Yuan (ca. 125€) herunter. Im nächsten Geschäft handelte ich die wirklich für eine Fälschung qualitativ hochwertig verarbeitete Tasche, die der Originalen zum Verwechseln ähnlich sieht, auf 400 Yuan (ca. 50€) herab. Reichlich überrascht von der Direktheit, mit der gefälschte Produkte hier präsentiert wurden (Fotos machen war übrigens verboten), verließen wir das Gebäude und gingen zur fußläufig zehn Minuten entfernten Place Shopping Mall, in der es nun endlich wieder die echten Marken gab. Hier wollten wir jedoch nicht shoppen, sondern uns die große elektronische Leinwand anschauen, die zwischen dem zweigeteilten Gebäudekomplex über der Straße befestigt ist. Ähnlich wie die, die ich vor einigen Jahren bereits in Las Vegas bewundert habe, liefen hier verschiedenste Spots, die bei der einsetzenden Dämmerung durchaus sehenswert waren. Am Abend trafen wir dann noch zwei Schweizer Bekannte, mit denen wir rund um die Gulou Dongdajie noch einige Bars besuchten.

Tag 4: 798 Art District

Heute führte uns unser Weg in den 798 Art District (七九八艺术新区; Qi Jiu Ba Yishu Xin Qu), einem immer beliebter werdenden Szene- und Künstlerviertel von Beijing. Etwas außerhalb gelegen erreichten wir das Gelände jedoch gut per Bus, auch wenn dieser über den Großteil der Strecke etwas überfüllt erschien. Der Art District selbst, der auf einem ehemaligen Fabrikgelände angelegt ist, beherbergt unzählige kleiner und großer Galerien und ist hierdurch wohl der beste Ort innerhalb Beijings, um zeitgenössische Kunst zu bewundern. Einige Galerien kosten etwas Eintritt, die meisten sind jedoch kostenlos. Wir verbrachten den gesamten Tag damit, das Gelände zu erkunden, da es so viele interessante Dinge zu entdecken gab und einen tollen Gegensatz zu dem traditionellen Beijing der vergangenen Tage darstellte. Am Nachmittag nahmen wir an einer Kaffeeverkostung teil, die ein ganz besonderes Erlebnis war. Noch nie zuvor hatte ich so viele verschiedene Kaffeesorten probiert, die alle aus anderen Ländern der Welt stammten. Insgesamt 10 standen zur Verkostung bereit, welche alle samt hervorragend schmeckten. Erst durch das Probieren so vieler verschiedener Aromen innerhalb kürzester Zeit habe ich für mich selbst herausgefunden, wie vielseitig Kaffee eigentlich sein kann und verstanden, warum man an einer Hamburger Hochschule sogar Kaffeemanagement studieren kann. In einer großen Ausstellungshalle gab es zudem eine temporäre Ausstellung über chinesische Erfindungen, welche bislang allerdings nur auf dem Papier oder höchstens als Prototypen existieren. Die vielfältigen Ideen reichten von einer neuen Toilettenform bis hin zu Rollatoren und Rehabilitationsrobotern.

Tag 5: Chinesische Mauer (Mutianyu)

Wenn man durch China reist, dann ist die Chinesische Mauer (万里长城; Wanli Changcheng) ein absolutes Must-See. Daher machten wir heute einen Ausflug zur Großen Mauer von Mutianyu (慕田峪长城; Mutianyu Cahngcheng). Zusammen mit zwei spanischen Freunden machten wir uns schon früh morgens auf den Weg, um die Mauer noch vor den Touristenmassen zu erreichen, was uns jedoch misslang. Anstelle dessen kam uns das ganze eher vor wie eine „Butterbrots-Tour“, auf der jeder unser Geld haben wollte. Schon bevor wir überhaupt in den Bus einstiegen sprach uns an der Haltestelle eine als Busfahrerin verkleidete Frau an und wollte uns in einen überteuerten Privatbus locken. Hätte ich nicht zuvor im Reiseführer über diese Masche gelesen, wären wir wahrscheinlich tatsächlich auf diese Überrumpelungstaktik hereingefallen. Während wir dann im richtigen Bus saßen und der Mauer immer näherkamen, versuchten uns immer mehr Chinesen aus dem Bus zu locken, indem sie uns glauben ließen, dass dies die Station zum Aussteigen sei, um uns im Anschluss mit ihren Privatfahrzeugen zur Mauer zu fahren. Doch auch davor wurden wir im Vorfeld gewarnt und vielen somit nicht darauf rein. Dies war der erste Tag in China, in dem ich das Gefühl bekam, über den Tisch gezogen zu werden. Leider war es auch der erste Tag, an dem ich unfreundliche und dreiste Chinesen kennenlernte. Egal, die Mauer machte dann alles wieder wett. Mit dem Sessellift ging es hoch zur Mauer, mit der Rodelbahn wieder runter. Wir liefen mehrere Stunden auf der Mauer entlang. Je weiter wir uns von Sessellift und Seilbahn entfernten desto weniger Touristen begegneten uns. Dennoch war dies nicht das Erlebnis, was ich mir erhofft hatte und ein „Wow-Moment“ blieb aus. Keine Frage, es war spektakulär und ein vor allem für Familien toller Mauer-Abschnitt, dennoch war ich ein wenig enttäuscht. Daher entschieden wir uns am übernächsten Tag noch einmal zu einem unrestaurierten Abschnitt der Mauer zurückzukehren, der uns den Atem raubte und spektakulärer nicht hätte sein können. Zurück in Beijing stand dann noch der Besuch der Geisterstraße (簋街; Gui Jie) auf dem Programm, die vor allem für ihren Feuertopf und ihre würzigen Meeresfrüchte bekannt ist. Deshalb scheuten wir keine Kosten und genossen ein leckeres Abendessen in einem der vielen Restaurants.

Mehr Hintergrundinformationen zur Chinesischen Mauer gibt es in meiner in den kommenden Tagen erscheinenden Reportage „Die Chinesische Mauer – Ein Ort, den jeder gesehen haben sollte“.

Tag 6: Die etwas andere Weltkarte

Nach den Anstrengungen der letzten Tage gingen wir den heutigen Tag etwas ruhiger an. Der heutige Hauptprogrammpunkt war der Himmelstempelpark (天坛公园; Tiantan Gongyuan), doch zuvor schlenderten wir noch etwas durch die Hutongs (胡同; Hu Tong) im Bezirk Dashilar. Halt machten wir unter anderem in einem kleinen Teehaus. Zwar war dieses durchaus etwas touristisch, was man nicht zuletzt an der englischsprachigen Verkäuferin erkennen konnte, dennoch war es ein Erlebnis. Auch wenn wir anfangs ein bisschen skeptisch waren ließen wir uns auf die kostenlose Teezeremonie ein. Knapp 30 Minuten lang wurde uns gezeigt, wie man auf traditionelle Art und Weise Tee in China zubereitet. Tatsächlich hatte das ganze entgegen meiner Erwartung keinen Haken und wir mussten weder etwas zahlen noch etwas kaufen. Eine Mischung aus Begeisterung über die Teezeremonie, dem eigentlichen Geschmack des Tees und einem Hauch von schlechtem Gewissen bewegte uns dann aber doch dazu, noch ein paar Pakete Tee zu kaufen. Nachdem wir das Teegeschäft samt unseren Einkäufen verlassen hatten, begaben wir uns auf den Weg zum Himmelstempelpark. Der Himmelstempelpark liegt noch weiter südlich und ist eine große Parkanlage, in der vor allem die Halle des Erntegebts (祈年殿; Qinian Dian) sehenswert ist. Zunächst standen wir am Eingang jedoch vor einer mit reichlichen Blumen bestückten Weltkarte in chinesischer Ausführung. Mit „chinesischer Ausführung“ meine ich, dass nicht etwa Europa in der Mitte liegt, sondern China. Links von China ist folglich der europäische und afrikanische, rechts der nord- und südamerikanische Kontinent abgebildet. Dies ist jedoch nicht wirklich verwunderlich, so heißt China schließlich auf Chinesisch „中国“ (Zhongguo), also übersetzt „Land der Mitte“.

Tag 7: Chinesische Mauer (Jiankou)

Dieser Tag sollte für uns der beeindruckenste der gesamten Reise werden. Am vorletzten Tag unseres Beijing-Urlaubs sind wir noch ein zweites Mal zur Chinesischen Mauer gefahren, dieses Mal aber zu dem Mauerabschnitt von Jiankou (后箭扣长城; Hou Jiankou Changcheng). Die Chinesische Mauer von Jiankou ist ein unrestauriertes, sogenanntes „wildes“ Teilstück der Mauer, welches von deutlich weniger Touristen besucht wird als der restaurierte Abschnitt von Mutianyu. Gemeinsam mit einem Chinesen, den wir am Vortag kennengelernt hatten, fuhren wir an den Fuß des Berges, auf dem die Mauer sein sollte. — Eine detaillierte Ausführung zu unserem Aufstieg und dem atemberaubenden Besuch der Mauer von Jiankou findest Du in meiner Reportage Die Chinesische Mauer – Ein Ort, den jeder gesehen haben sollte — Nach diesem spektakulärem Ausflug, der uns noch lange in Erinnerung bleiben wird, folgte ein ebenfalls spektakuläres Abendessen. Zhengxing, unser chinesischer Bekannter, lud uns ein, gemeinsam mit seiner Familie zu Abend zu essen. In einem eigenen Separee eines noblen Beijinger Restaurants speisten wir verschiedenste lokale Spezialitäten. Der Vater von Zhengxing brachte uns zudem bei, wie man die Peking Ente richtig ist, was sich nochmal von der Art und Weise unterschied, wie ich sie zu Beginn der Woche aß. Besser hätte dieser Tag wohl nicht enden können und ich kann von Glück sprechen, dass wir das Privileg hatten gemeinsam mit einem Einheimischen die Chinesische Mauer ein zweites Mal besucht zu haben.

Tag 8: „Travel Around The World“

Kein Tag unserer Reise nach Beijing war einer, an dem wir nicht etwas Spannendes erlebten. Heute führte uns unser Weg, erneut mit Zhengxing als „Tourguide“, zum Sommerpalast (颐和园; Yihe Yuan), einer Tempelanlage etwas außerhalb der City gelegen. Dieser diente den Kaisern als Rückzugsort und ist mit einer Vielzahl von Tempeln, Gärten und Pavillons ausgestattet. Zusätzlich zur Besichtigung der Tempel fuhren wir mit einem kleinen Motorboot über den im Sommerpalast gelegenen Kunming-See (昆明湖; Kunming Hu), was eines der Highlights des Tages war. Nachdem wir den Sommerpalast ausgiebig besichtigt hatten, aßen wir gemeinsam zum Mittag und verabschiedeten uns im Anschluss von Zhenxing, der noch einen Termin hatte. Den letzten Abend ließen wir dann noch mit einem bzw. einigen Cocktails ausklingen. Der „Travel Around The World“ war einer davon. Dieser passte nicht nur namentlich sehr gut zu uns, sondern schmeckte auch äußerst gut.

FAZIT: Beijing ist eine Stadt, in der man sich problemlos eine Woche lang aufhalten kann und die in keiner China-Reise fehlen sollte. Wir haben während der vergangen Tage wahnsinnig viel erlebt und wollen keinen Programmpunkt davon missen, selbst nicht den Ausflug nach Mutianyu. Neben vielen historischen Tempelanlagen und weltberühmten Sehenswürdigkeiten bietet Beijing auch Szene-Cafés und Plätze, an denen man fernab des Trubels entspannen kann und in das ursprüngliche China eintauchen kann. Für mich wird es definitiv nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich diese vielseitige und moderne Metropole besucht habe!


Du möchtest auch mal nach Beijing reisen und weißt nicht genau, was Du Dir anschauen sollst? Schreib Deine Fragen in die Kommentare, sodass ich Dir Tipps geben kann, was die absoluten Must-Sees der Stadt sind!