Niuroupaomo – ein Gericht, bei dem man im Restaurant selbst Hand anlegen muss

In den nächsten Wochen stelle ich euch insgesamt drei Gerichte vor, die Spezialitäten von Xi’an sind und jeweils eine ganz besondere Geschichte haben. Freue dich auf die wohl längste Nudel der Welt mit dem gleichzeitig kompliziertesten Schriftzeichen der Welt, die Urform des Hamburgers und auf ein Gericht, bei dessen Zubereitung der Restaurantgast selbst Hand anlegen muss. Zusätzlich empfehle ich gerne noch einmal meine Reportage über den chinesischen Feuertopf.

Kannst du dir vorstellen von einem Koch gebeten zu werden, ein Teil deines Essens selbst zuzubereiten? Z.B. das Gemüse für deiner Suppe kleinzuschneiden? Nein? Nun ja, genau das passiert, wenn man in Xi’an Niuroupaomo bestellt. Um das Gericht zuzubereiten muss nämlich ein Brötchen in möglichst kleine Stücke zerbröselt werden, je kleiner desto besser. Um dies zu gewährleisten und die aufwendige Arbeit nicht selbst erledigen zu müssen, wird die Aufgabe einfach an den Gast übertragen. Und so saß ich schon öfters im Restaurant mit einer Schüssel vor mir, in die ich geduldig mein Brötchen bröselte. Zur Einordnung: Meine Bestzeit war eine halbe Stunde, in der Regel brauche ich sogar vierzig Minuten. Chinesen sind zwar häufig schneller, brauchen aber auch mindestens eine viertel Stunde. Wenn man sozusagen fertig gebröselt hat bringt man die Schüssel zum Koch, der diese dann mit einer Brühe aus Fleisch und Nudeln befüllt (und dafür keine fünf Minuten braucht). Das daraus entstehende Gericht ist nicht nur wahnsinnig lecker, sondern zugleich unwahrscheinlich sättigend. Solltest du auch einmal in Xi‘an Niuroupaomo bestellen, wunder dich also nicht, wenn der Koch dir eine Schüssel und ein Brötchen gibt, jetzt weißt du ja was zu tun ist.

Roujiamo – der erste Hamburger der Welt

In den nächsten Wochen stelle ich euch insgesamt drei Gerichte vor, die Spezialitäten von Xi’an sind und jeweils eine ganz besondere Geschichte haben. Freue dich auf die wohl längste Nudel der Welt mit dem gleichzeitig kompliziertesten Schriftzeichen der Welt, die Urform des Hamburgers und auf ein Gericht, bei dessen Zubereitung der Restaurantgast selbst Hand anlegen muss. Zusätzlich empfehle ich gerne noch einmal meine Reportage über den chinesischen Feuertopf.

Begibt man sich auf den Weg in das muslimische Viertel von Xi’an, begegnet man ihm unweigerlich, der Urform des im Westen so beliebten Hamburgers. Zwar gibt es auch in China McDonalds und Co., doch nur hier findet man den eigentlichen, ursprünglichen Hamburger (so wird es zumindest häufig behauptet). Wer jedoch eine Art Big Mac erwartet wird enttäuscht, denn Tomaten, Salat oder Ketchup sucht man auf ihm vergeblich. Der sogenannte Roujiamo ähnelt vielmehr einem Sandwich und besteht aus nichts weiter als einem Stück Brot, das mit Rindfleisch gefüllt wird. Umgerechnet 1,90€ (15 RMB) muss man in Xi’an in der Regel für einen solchen Hamburger bezahlen. Vom Geschmack her ist der Roujiamo, dessen Name sich übrigens fast genauso ausspricht wie des britischen Schauspielers Roger Moore, ein echt leckerer Snack und eine willkommene Abwechslung zu anderem chinesischen Essen.

Biangbiang Mian – Nudeln so lang und breit wie ein Gürtel

In den nächsten Wochen stelle ich euch insgesamt drei Gerichte vor, die Spezialitäten von Xi’an sind und jeweils eine ganz besondere Geschichte haben. Freue dich auf die wohl längste Nudel der Welt mit dem gleichzeitig kompliziertesten Schriftzeichen der Welt, die Urform des Hamburgers und auf ein Gericht, bei dessen Zubereitung der Restaurantgast selbst Hand anlegen muss. Zusätzlich empfehle ich gerne noch einmal meine Reportage über den chinesischen Feuertopf.

Ich liebe sie, die Biangbiang Nudeln! Man findet sie an vielen Stellen in China, aber vor allem hier in den Straßen von Xi’an in der zentralchinesischen Provinz Shaanxi. Genauer gesagt sind die Nudeln wie Roujiamo und Niuroupaomo eine Spezialität und zugleich eine Kuriosität von Xi’an.

Das Besondere der Biangbiang Nudeln ist, dass sie so lang und breit sind wie ein Gürtel, weshalb sie manchmal auch als Gürtelnudeln bezeichnet werden. Einige Restaurants zerschneiden die Nudel beim Servieren in Stücke, doch in vielen Restaurants ist es die Regel, dass die Nudel als Ganzes serviert wird (eine Nudel ist für eine Person häufig vollkommen ausreichend). In diesem Fall kann es zur Herausforderung werden die Nudel mit Stäbchen essen zu müssen, doch mit etwas Übung funktioniert es erstaunlich gut.

Die zweite Besonderheit der Biangbiang Nudeln sind ihr komplexes Schriftzeichen, welches inoffiziell das komplizierteste der Welt ist. Für Touristen ist dies insofern von Vorteil, als das sie auf der Speisekarte einfach nach dem komplexesten Zeichen Ausschau halten müssen. Tatsächlich ist das Zeichen „Biang“ sogar so kompliziert, dass man es mit dem Computer nicht schreiben kann, sondern ein Bild des Zeichens in den Text kopieren muss.

Geschmacklich ist die Nudel selbst eigentlich recht unspektakulär, durch das Zufügen von Schärfe und in Kombination mit Fleisch und etwas Gemüse schmeckt das Gericht aber sehr gut. Da es eines meiner Lieblingsgerichte ist und ich Herausforderungen liebe, habe ich selbstverständlich im Verlaufe meines China-Abenteuers gelernt, wie man „Biang“ schreibt. Klicke auf das Video, um zu sehen, wie ich das schwierigste Schriftzeichen der Welt schreibe und versuche es im Anschluss selbst einmal.

Was kostet wie viel? (Teil 16)

Eine Frage, die natürlich stark von der jeweiligen Region in China abhängt. Generell ist China aber für Europäer verhältnismäßig günstig. Eine Taxifahrt ist mit ca. 15 Yuan (ca. 2 Euro) für zehn Minuten genauso günstig wie ein reguläres Mittagessen (in China ist es günstiger Essen zu gehen als selbst zu kochen!). Ein Kaffee kostet hingegen häufig fast doppelt so viel wie ein Mittagessen. Nicht nur essen und Taxi fahren ist sehr günstig, auch Hostels sind sehr preiswert, Flugreisen hingegen ähnlich teuer oder teurer als in Europa. Markenkleidung ist durch die bis zu 40 prozentige Luxussteuer in China meistens deutlich teurer als in Europa, was teilweise auch für Marken wie H&M und Zara gilt. Dafür sind Eintritte in die meisten Sehenswürdigkeiten sehr preiswert und staatliche Museen sogar kostenlos. Möchte man jedoch eine Wanderung unternehmen, muss man für den Berg sehr wahrscheinlich Eintritt zahlen, was die günstige Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln jedoch wieder ausgleicht. Insgesamt sind also vor allem Dienstleistungen noch immer verhältnismäßig günstig, importierte Produkte jedoch überdurchschnittlich teuer.

Jeden Montag poste ich einen kurzen Text über eine Beobachtung, die ich in China gemacht, oder eine Erkenntnis, die ich gewonnen habe. Bitte beachte, dass einige der Texte auf subjektiven Eindrücken beruhen und nicht auf andere Quellen zurückzuführen sind. Alle bisher veröffentlichten Posts findest Du unter der Kategorie China für EinsteigerLese hier Teil 15 über Straßenverkäufer in China. 

Was verkaufen die Straßenhändler in China? (Teil 15)

Gefühlt alles! Angefangen bei ganzen Mahlzeiten und Snacks über Markenplagiate, Unterwäsche, Kalligrafie-Utensilien, Kinderspielzeug, Handyzubehör und Gemälden bis hin zu lebenden Tieren wie Schildkröten, Mäusen und teilweise sogar Hunden findet man alles. Leider stimmt es im Übrigen, dass man in China an vielen Ecken noch immer lebende kleine Tiere wie Fische und Schildkröten in kleinen Kugeln oder beutelartigen Behältnissen als Schlüsselanhänger kaufen kann. So makaber es auch ist: Die Hersteller werben damit, dass diese durch eine nährstoffreiche Flüssigkeit bis zu drei Monate lang überleben können, was durch die fehlende Sauerstoffzufuhr aber wahrscheinlich noch nicht einmal gegeben ist.

Jeden Montag poste ich einen kurzen Text über eine Beobachtung, die ich in China gemacht, oder eine Erkenntnis, die ich gewonnen habe. Bitte beachte, dass einige der Texte auf subjektiven Eindrücken beruhen und nicht auf andere Quellen zurückzuführen sind. Alle bisher veröffentlichten Posts findest Du unter der Kategorie China für EinsteigerLese hier Teil 14 über Tee, heißes Wasser und Baijiu.

Das Highlight eines jeden Tages – Das Essen (Teil 13)

In China kann man schnell das Gefühl kriegen, dass es so viele Gerichte wie Menschen gibt. Auch wenn dies eine starke Übertreibung ist, gibt es viele Gerichte, die wir als Westler noch nie zuvor gesehen haben und auf Anhieb auch nicht identifizieren können. Da man die chinesische Sprache womöglich noch nicht beherrscht, ist es ratsam, sich ein Restaurant auszusuchen, welches Bilder auf der Speisekarte hat. Selbstverständlich kann man sein Essen auch gleich in einer der vielen Garküchen auf der Straße kaufen, sollte dabei jedoch nicht zu hohe Hygieneansprüche haben. Wird man von einem Verkäufer bzw. von einer Bedienung gefragt, ob das Essen „la“ (scharf) sein soll, sollte man je nach Region eher ablehnen, da Chinas Küchen (vor allem die in Sichuan) häufig deutlich schärfer sind als europäische. Trinkgeld gibt man in chinesischen Restaurants im Übrigen nicht.

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Hund, Skorpion und Co: Wird das wirklich gegessen? (Teil 8)

Westliche Kulturen haben häufig die tollsten Vorstellungen, was in Fernost, vor allem in China, alles gegessen wird. Ob Hund, Skorpion oder Innereien, die Chinesen essen doch eh alles, heißt ein vielerorts verbreitetes Vorurteil. Tatsächlich lässt sich dies aber natürlich nicht so pauschal sagen. Hunde werden nur vereinzelt im Süden von China gegessen, was selbst für die meisten Chinesen nicht nachvollziehbar ist. Skorpione, Maden und ähnliche Snacks sind zwar hin und wieder zu finden, meistens aber nur für Touristen, die denken, dass jeder Chinese dies isst. Andere für uns sonderbare Dinge werden aber tatsächlich gegessen: Magen, Lunge, getrocknetes Entenblut oder Hühnerfüße sind nur einige Beispiele. Tatsächlich findet man häufig auch ganze Entenköpfe oder auch ein ganzes Schweinehirn. Lässt man sich auf diese Sachen ein (letztere zwei habe ich noch nicht gegessen), schmecken sie aber zumeist nicht besonders schlecht, die Hühnerfüße würde ich allerdings nicht unbedingt weiterempfehlen.


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Verabschiede dich von Messer und Gabel (Teil 3)

In China kennen viele Messer (刀子, Daozi) und Gabel (叉子, Chazi) höchstens aus westlichen Filmen. Hier isst man selbstverständlich alles mit Essstäbchen (筷子, Kuaizi), je nach Gericht gibt es diese manchmal in längerer oder kürzerer Ausführung. Wenn man mit Kuaizi nicht gut umgehen kann, sollte man sich vor einem Chinabesuch unbedingt ein paar Tutorials angucken oder sich die Handhabung zeigen lassen, denn sonst wird man in China daran verzweifeln, sein Essen auch wirklich essen zu können.


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Ziehe kein weißes Shirt an (Teil 1)

Wer in China ein weißes Shirt trägt tut zwar vielen Chinesen gleich, hat aber einen entscheidenden Nachteil: Zwar kann man als China-Reisender hoffentlich schon mit Stäbchen essen, ist es aber dennoch höchstwahrscheinlich nicht gewohnt Nudeln, Reis, Suppen und ähnliches mit den in China genannten Kuaizi (Essstäbchen) zu essen. Dies kann gerade zu Beginn (aber auch noch nach einigen Monaten) eine sehr spritzige Angelegenheit sein und so manches weißes Shirt ruinieren.


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