Meine „Reise“ nach: Xi’an (西安)

Es ist kein Reisebericht in dem Sinne, doch da ich über all die von mir bereisten Städte einen Artikel geschrieben habe, darf Xi’an (auch wenn die Stadt mein jetziger Wohnsitz ist) keinesfalls fehlen. Nachfolgend meine Top 10 der Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten, die man sich in Xi’an nicht entgehen lassen sollte. Geheimtipps mit inbegriffen.

Xi’an ist eine Stadt, die auf vielen China-Rundreisen aus einem einzigen Grund inkludiert ist: die Terrakotta-Armee. Im Vergleich zur Stadt selber, deren Namen die meisten wahrscheinlich noch nie gehört haben geschweige denn richtig aussprechen können, ist die Terrakotta-Armee eine weltbekannte Sehenswürdigkeit und wird von manchen als „achtes Weltwunder“ bezeichnet. Doch Xi’an, ehemals Chang’an und einstige Hauptstadt Chinas, hat deutlich mehr zu bieten! Vor allem für Geschichtsinteressierte ist die Metropole, die immerhin fast zehn Millionen Einwohner hat, ein Must-Visit. Doch auch für all diejenigen, die in das ursprüngliche Reich der Mitte eintauchen wollen und für diejenigen, die kulinarisch experimentierfreudig sind, lohnt sich ein Trip nach Xi’an allemal.

Platz 10: Der Blick vom Fernsehturm

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Um einen Eindruck von der sagenhaften Größe chinesischer Großstädte zu bekommen, ist es empfehlenswert, eine solche Megastadt von oben zu betrachten. In Xi’an geht das am besten vom Fernsehturm aus, der im Süden der Stadt liegt (lese hier noch einmal über meinen Besuch). Die Aussicht ist zwar nicht besonders ansprechend, dafür bekommt man aber ein Gefühl dafür, wie groß die Stadt ist und wo die ganzen Menschen eigentlich leben. Wer möchte kann auf dem Fernsehturm auch eine Kleinigkeit essen oder trinken. Gleich neben dem Turm liegt übrigens auch noch eine Art Naturkundemuseum, das kostenlos besichtigt werden kann.

Platz 9: Die Spezialitäten von Xi’an probieren

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Was wäre eine Chinareise ohne chinesisches Essen… Jede Region hat ihre eigenen Spezialitäten, die sich wiederum eine der vier chinesischen Küchen zuordnen lassen. In Xi’an gibt es eine ganze Reihe an Spezialitäten, die man auch als Europäer ohne Bedenken probieren kann und sollte. Berühmt ist Xi’an vor allem für den Roujiamo (eine Art Hamburger), seine Jiaozi (gefüllte Maultaschen), Liangpi (kalte Nudeln), Niuroupaomo (eine Suppe mit Fleisch) und Biang Biang Mian (besonders lange und dicke Nudeln). In einer bald beginnenden Reihe werde ich jede einzelne Spezialität genauer vorstellen.

Platz 8: Die Menschenmassen im Shaanxi Geschichtsmuseums erleben

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Eine der Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt ist das Shaanxi Geschichtsmuseum, welches zu den „acht imposanten Museen“ Chinas gehört. Die Exponate des 1991 eröffneten Baus sind zwar durchaus sehenswert, zumeist bekommt der Besucher diese aber erst gar nicht zum Anblick, da es noch tausende weitere Besucher gibt. Bevor man überhaupt ins Museum kommt, muss man übrigens erst einmal Schlange stehen, wenn man Pech hat sogar mehrere Stunden. Mir sind daher vor allem die Menschenmassen in Erinnerung geblieben, die sich trotz Einlassbegrenzung tagtäglich förmlich durch das Museum schieben. Als Ausländer ist zudem die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man für die Chinesen zu einer größeren Attraktion wird, als die Exponate selbst (lese hier noch einmal meinen dazu passenden Kurzartikel). Wer also ein typisch chinesisches Museum erleben will und keine Menschenmassen scheut, sollte dem Museum einen Besuch abstatten.

Platz 7: Der nächtliche Anblick des Glocken- und Trommelturms

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Einer der wohl schönsten Stellen Xi’ans ist der am Abend beleuchtete Glocken- und Trommelturm. Der Glockenturm bildet das Zentrum der Stadt, von hier aus gehen vier Hauptverkehrsachsen in alle Himmelsrichtungen ab. Zwar lohnt es sich meiner Meinung nach nicht, die zwei Türme von innen zu besichtigen, der Anblick von außen, vor allem wenn sie abends beleuchtet sind, ist jedoch toll. Ursprünglich wurden die Türme zum Ansagen der Uhrzeit verwendet. Der Glockenturm wurde bei Sonnenaufgang geläutet, der Trommelturm signalisierte den Beginn der Nacht. Daher lassen sich Glocken- und Trommeltürme in ähnlicher Form auch in vielen chinesischen Städten (z.B. auch in Pingyao und Beijing) finden.

Platz 6: Die Große Wildganspagode und ihre Fontänenshow

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Die große Wildganspagode ist eine weitere Hauptattraktion von Xi’an, die im Übrigen ebenfalls über einen kleinen Glocken- und Trommelturm verfügt. Sie ist der Mittelpunkt des Da Ci’en Tempelkomplexes, der heute noch von Mönchen bewohnt wird. Die 64,5 Meter hohe Pagode wurde 652 n. Chr. fertiggestellt und gilt als eine der besten Beispiele für Pagoden des Tang-Stils. Der Legende nach bekam die Pagode ihren Namen durch eine Gans, die über den Komplex flog und abstürzte. Kurzzuvor sprachen die Mönche zu Bodhisattwa und baten um etwas zu Essen, was die Gans ihnen bescherte. Aus Dankbarkeit gegenüber der Göttin Bodhisattwa nannten sie die Pagode große Wildganspagode. Vor dem Tempel selbst befindet sich ein großes Areal, auf dem jedem Abend eine Fontänenshow stattfindet. Man sollte sich von der Show nicht zu viel versprechen, doch irgendwie ist es ein typisch chinesisches Erlebnis. Es lohnt sich also nicht nur die Fontänen, sondern auch die Chinesen und die Umgebung zu beobachten.

Platz 5: Der Sonnenaufgang auf dem Mount Hua Shan

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Der Mount Hua Shan zählt zu den fünf heiligen Bergen Chinas und ist ein beliebter Ausflugsort 120 Kilometer außerhalb von Xi’an. Berühmtheit hat er international als Berg mit dem „gefährlichsten Wanderweg der Welt“ erlangt. Tatsächlich ist dieser berüchtigte „Wanderweg“ aber nur ein kleiner, optionaler Pfad, den man auf einem der Gipfel nehmen kann. Auf diesem tummeln sich dann fast genauso viele Chinesen, wie auf den restlichen Gipfeln, die bequem per Seilbahn zu erreichen sind. Vor allem die Wanderung auf den Berg ist jedoch eine Herausforderung und ein Erlebnis: Innerhalb von vier bis fünf Stunden erklimmt man tausende (!) Stufen. Diese sind zwar allesamt super ausgebaut und mit Geländer und Lichtern versehen, man hat nach einiger Zeit jedoch das Gefühl an einem Hochhausmarathon teilzunehmen. Der Ausblick von oben entschädigt dann für die Strapazen des Aufstiegs. Auf den Gipfeln kann man wenn man möchte auch übernachten, um am nächsten Morgen den Sonnenaufgang zu beobachten. (Lese hier noch einmal über meine Wanderung auf der chinesischen Mauer.)

Platz 4: Sich im muslimischen Viertel kulinarisch verwöhnen lassen und den Basar erkunden

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Einer meiner Lieblingsorte in Xi’an, wenn auch sehr touristisch, ist das muslimische Viertel, das sich unmittelbar nord-westlich des Trommelturms erstreckt. In kleinen Gassen gibt es kulinarisch so ziemlich alles zu finden, von tatsächlichen Spezialitäten bis hin zu Skurrilitäten, die hauptsächlich Touristen probieren. Auf dem angrenzenden Basar kann man zudem das ein oder andere Souvenir erwerben, sollte dieses aber auf mindestens ein Drittel des genannten Preises runterhandeln. Von gefälschten Mont Blanc Kugelschreibern bis hin zu kleinen Terrakotta-Figuren aus Plastik gibt es hier alles was das Herz begehrt. Innerhalb des Areals gibt es darüber hinaus noch ein Volkskundehaus sowie eine Moschee, deren Bauweise und Gartenanlage sehr sehenswert sind.

Platz 3: Die kleine Wildganspagode und das Xi’an Geschichtsmuseum

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Viel schöner gelegen und deutlich weniger besucht als die große Wildganspagode ist die kleine Wildganspagode. Vom Baustil ähnelt sie sehr der großen, ist unwesentlich jünger und mit 43 Metern etwas kleiner, kann allerdings nicht von innen besichtigt werden. Dafür ist sie in einen wunderschönen Park eingebettet, der entgegen des Ci’en Tempels keinen Eintritt kostet. Nur einige Gehminuten entfernt, befindet sich das Xi’an Geschichtsmuseum, welches wirklich einen Besuch wert ist: Deutlich weniger Besucher als im Shaanxi Geschichtsmuseum, keine Warteschlangen und interessante Exponate gibt es hier zu sehen.

Platz 2: Eine Fahrradtour auf der Stadtmauer

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Xi’ans Stadtzentrum ist von einer knapp 14 Kilometer langen Stadtmauer umgeben, deren heutiges Erscheinungsbild und heutige Ausdehnung auf die Ming-Dynastie zurückdatieren lässt. Nach einer Restauration ist sie heutzutage wieder in einem super Zustand und kann erwandert werden. Alternativ kann man sich auch ein Fahrrad mieten und innerhalb von 1,5 Stunden einmal herum fahren. Nachts ist die gesamte Mauer samt ihrer Tore beleuchtet, speziell der Anblick von der Südseite ist spektakulär und empfehlenswert.

Platz 1: Die Terrakotta-Armee

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Ein absolutes Highlight von Xi’an ist die weltbekannte Terrakotta-Armee, die erst kürzlich von Frankreichs Präsident Macron besucht wurde. Glücklicherweise stießen Bauern bei der Grabung eines Brunnens 1974 zufällig auf die lebensgroßen Statuen tausender Soldaten, die den ersten Kaiser Chinas, Qin Shihuangdi, bewachen sollten. Zum jetzigen Zeitpunkt können insgesamt drei Gruben besichtigt werden, wobei Grube 1 die mit Abstand größte Anzahl an Tonfiguren aufweist. Jeder Krieger ist einzigartig, es gibt keine zwei Figuren deren Gesichter identisch sind. Nicht nur die schiere Masse der Figuren ist überwältigend, sondern auch die filigrane Arbeit, die man bei einigen Figuren aus wenigen Zentimeter Entfernung erkennen kann. Auch wenn die Terrakotta-Armee absolut kein Geheimtipp ist, ist sie doch ganz klar auf Platz 1 der Dinge zu platzieren, die man in Xi’an gemacht, gesehen und erlebt haben muss!

Hast du schon meinen letzten Reisebericht über Shanghai gelesen? Wenn du mehr über mein Auslandsjahr erfahren willst und dich fragst, was ich in Xi’an mache und was „Kombination aus Studium und FSJ“ bedeutet, dann empfehle ich diesen Beitrag.

Meine Reise nach: Pingyao (平遥)

Meine Reise nach Pingyao liegt nun schon einige Wochen zurück. Grund genug, nun endlich einen neuen Reisebericht zu veröffentlichen.


Pingyao ist eine fast ganz normale Kleinstadt in der chinesischen Provinz Shanxi. Ganz normal, wäre da nicht noch die Altstadt von Pingyao, die eine der besterhaltenen historischen Städte Chinas ist. Sobald man die Stadt durch eines der Tore betritt, befindet man sich in einer anderen Welt: Es fahren keine Autos mehr, moderne Häuser oder gar Hochhäuser sind ebenfalls nicht zu finden und Leuchtreklamen oder Fast-Food-Ketten sucht man vergeblich. Anstelle von Motoren hört man Personen, die sich unterhalten, anstelle von Abgas riecht man frisch zubereitete Köstlichkeiten. Entlang der breiteren Straßen, vor allem der Nan Dajie (南大街), finden sich neben Restaurants auch allerlei kleine Läden, die Souvenirs und Antiquitäten an die abertausenden Touristen verkaufen, die jedes Jahr in das kleine Städtchen strömen. Verlässt man die Hauptstraßen und erkundet die Seitenstraßen, fällt es häufig gar nicht auf, dass man an kleinen Hostels und nett eingerichteten Hotels vorbeigeht, die sich in den unter Denkmalschutz stehenden Gebäuden niedergelassen und somit dem Stadtbild von Pingyao angepasst haben.

Insgesamt gibt es in der Altstadt von Pingyao, die durch eine imposante und noch vollständig intakte Stadtmauer (城墙) vom neuen Teil der Stadt abgegrenzt ist, noch fast 4000 Residenzen aus der Ming- und Qing-Dynastie. Manche wurden zu besagten Hostels, Hotels, Restaurants oder Läden umfunktioniert, doch tatsächlich leben auch noch knapp 30.000 Einwohner innerhalb der Mauern. Allerdings ist davon auszugehen, dass die meisten der Bewohner inzwischen unmittelbar vom Tourismus leben. Für die Touristen, die durch die Anbindung an das High-Speed-Schienennetzwerk inzwischen noch einfacher und schneller nach Pingyao gelangen, gibt es nämlich einiges zu bestaunen: Manche der alten Residenzgebäude sind in Museen umgewandelt, zusätzlich gibt es viele Tempelanlagen besichtigen und natürlich die Stadtmauer zu besteigen.

All diese Sehenswürdigkeiten hat Pingyao seiner Vergangenheit zu verdanken. Einst war die Stadt, damals durch ihr Bankenwesen geprägt, eine der reichsten Chinas. Hier entstanden nicht nur die ersten Banken des Landes, sondern auch der Scheck wurde hier erfunden. Noch heute kann man einige der Schecks sehen und die alten Bankgebäude besichtigen. So sollte man auf jeden Fall das Rishenchang-Geldinstitut (日升昌) besuchen, welches die erste Wechselbank Chinas war und heute ein sehr sehenswertes Museum ist. Wenn man sich die Museen, Tempel und weitere Sehenswürdigkeiten von Pingyao anschauen möchte (was ich empfehlen würde!), kann man sich ein entsprechendes Ticket nur an den Eingangstoren der Stadt kaufen. Ein solches Kombi-Ticket, mit dem man alle 18 bedeutsamen Gebäude Pingyaos besichtigt werden können, kostet 150 Yuan, umgerechnet etwas weniger als 20€. Auch wenn man nur ein oder zwei Sehenswürdigkeiten besichtigen möchte, muss man das Ticket erwerben, Einzeltickets werden nicht angeboten.

Doch man hat Pingyao nicht gesehen, wenn man sich nur die alten Gebäude innerhalb der Stadt anguckt. Westlich der Stadtmauer, vom West-Tor in ca. 10 Minuten fußläufig zu erreichen, steht ein großes, unscheinbares und relativ neu aussehendes Gebäude. In diesem findet die Performance „Ancient Pingyao Once More“ (Das antike Pingyao noch einmal) statt. Dass „lebende Drama ohne Bühne“, wie es häufig genannt wird, war für mich eines der Highlights des Trips. Während der ca. 1,5-stündigen Vorstellung wird man durch verschiedene Hallen geführt, in denen das antike Pingyao zur Zeit der Qing-Dynastie künstlich aber unglaublich realistisch nachgestellt wurde. Die Schauspieler interagieren mit den Zuschauern, sodass man selbst zum Bestandteil der Geschichte wird. Mit umgerechnet etwa 25€ ist die Vorstellung für chinesische Verhältnisse nicht ganz günstig, dass Erlebnis in eine andere Zeit zurückversetzt zu werden, sollte man sich aber keinesfalls entgehen lassen.

Pingyao ist definitiv einen Besuch wird. Je nachdem, wie viel Zeit man sich lassen möchte, kann man von Xi’an oder Beijing auch durchaus die Stadt als Ausflugs innerhalb eines Tages erkunden. Für mich persönlich waren zwei Tage aber eine sehr gute Länge. Auch wenn die Stadt äußerst sehenswert ist und auf einer Reise nach Shanxi nicht fehlen sollte, merkt man dennoch, dass auch Pingyao als UNESCO Weltkulturerbe immer touristischer wird. Nicht ohne Grund zieht die ARD in einem kurzen Bericht über Pingyao das Fazit, dass der zunehmende Tourismus die Gefahr birgt, dass Pingyao zum „steinernen Freilichtmuseum“ wird.


Hast Du schon meine Reiseberichte über Beijing, Hongkong und Australien gelesen?

Meine Reise nach: Beijing (北京)

Endlich ist es vollbracht. Mit reichlich Verspätung erscheint nun mein Blogbeitrag zu Beijing! Vergangenen Monat habe ich eine achttägige Reise in die chinesische Hauptstadt unternommen. Ihr wollt auch nach Beijing reisen oder seid neugierig, was ich erlebt habe? Dann lest hier mehr über meine tollsten Erlebnisse und spannendsten Eindrücke. Neben vielen Hintergrundinformationen und chinesischen Übersetzungen zu den Hauptsehenswürdigkeiten findet Ihr ebenfalls eine Vielzahl an Bildern, die meine Beschreibungen hoffentlich noch anschaulicher machen.


Tag 1: Ankunft mit 300 km/h

Mit dem „Bullet Train“ ging es Samstagmorgens von Xi’an nach Beijing. Für die knapp 1000 km lange Strecke (von Flensburg bis nach München sind es gerade einmal 750 km) brauchte der Zug bei einer Geschwindigkeit von 300 km/h gerade einmal 4,5 Stunden. Nachdem wir – eine Freundin aus Nanjing und ich – in unser Hostel eigecheckt hatten, machten wir uns auf den Weg die Stadt zu erkunden. Dabei kamen wir am Beihai Park (北海公园; Beihai Gongyuan) vorbei, der durch seine Tempelanlagen und den großen, mittig gelegenen See, eine tolle Atmosphäre ausstrahlte. Im Park erklommen wir einen Hügel und stiegen hinauf zu der weißen Pagode, von der aus wir einen wunderbaren Überblick über die Parkanlage und Teile Beijings hatten. Inzwischen war es dunkel, doch eine Fülle von Lichtern ließ den Himmel hell erleuchten, was wirklich ein unvergessliches Erlebnis gleich am ersten Abend war.

Tag 2: Nationalfeiertag auf dem größten Platz der Welt

Unser erster voller Tag in Beijing, der heutigen Hauptstadt der Volkrepublik China, war ein ganz besonderer: Es war der 1. Oktober, Chinas Nationalfeiertag, an dem 68 Jahre zuvor von Mao Zedong die Volkrepublik ausgerufen wurde. Wie jeden Tag fand auch an diesem Sonntagmorgen die Fahnenzeremonie auf dem Tiananmen-Platz (天安门广场; Tiananmen Guangchang) statt, bei der Soldaten der Volksbefreiungsarmee vor dem Tor des Himmlischen Friedens (天安门; Tiananmen) die chinesische Flagge hissten. Schon an normalen Tagen muss man früh sein, um die Zeremonie, die bei Sonnenaufgang startet, aus einem guten Blickwinkel verfolgen zu können. Wir mussten uns an diesem Morgen jedoch noch früher auf den Weg machen (bereits um 4:15 Uhr), da man davon ausgehen konnte, dass der Platz sich aufgrund des Nationalfeiertages deutlich schneller füllen würde als an gewöhnlichen Tagen. Die Zeremonie selbst war unserer Ansicht nach gar nicht besonders spektakulär, dafür aber die Menschenmassen, die sich versammelten, um diese zu beobachten. Wir quetschten uns vorbei an unzähligen Chinesen, um einen einigermaßen guten Blick zu erlangen. Zwar konnten wir selbst kaum sehen, wie die Fahne gehisst wurde, dafür das Ganze aber auf den zahlreichen Smartphones verfolgen, die um uns herum in die Luft gehalten wurden. Zum Ende der Zeremonie hin wurden dann aufgrund des Feiertages auch noch Vögel fliegen gelassen, was eine große Begeisterungswelle mit sich zog. Nachdem die Fahne gehisst und Zeremonie vorüber war (sie dauerte nicht einmal zehn Minuten), schlenderten wir für eine ganze Weile über den Tiananmen-Platz, der im Übrigen der größte öffentliche Platz der Welt ist. Dabei gingen wir am Mao-Mausoleum (毛主席纪念堂; Mao Zhuxi Jiniantang) vorbei, welches sich in der Mitte des Platzes befindet und den aufgebahrten Leichnam des einstigen chinesischen Staatspräsidenten beherbergt. Östlich des Platzes liegt das Chinesische Nationalmuseum (中国国际博物馆; Zhongguo Guoji Bowuguan), welches das größte Museum der Welt ist, westlich die Große Halle des Volkes, welche das Parlamentsgebäude der Volkrepublik ist. Nachdem wir in einer Seitenstraße ein paar Baozi gefrühstückt hatten, führte uns unser Weg in die Verbotene Stadt (紫禁城; Zijin Cheng), der abgesehen von der Chinesischen Mauer wohl bekanntesten Sehenswürdigkeit Beijings und einer der bekanntesten Chinas. Die Verbotene Stadt ist ein Ensemble historischer Bauten und die größte Palastanlage der Welt. Hier lebten viele der einstigen Kaiser über mehrere Dynastien hinweg. Ein Highlight der Anlage war die Uhrenaustellung (钟表馆; Zhongbiao Guan), die aus einer Ansammlung von spektakulären und eigens für den Kaiser angefertigten Uhren besteht. So gab es einige, die mehrere Meter groß waren und andere, die in prunkvolle Skulpturen eingearbeitet wurden. Nicht so spektakulär wie erwartet aber dennoch nett anzusehen war die Uhrenvorführung, bei der einige der kleineren Exemplare wie eine Art chinesische „Kuckucksuhr“ ihr Kunststück vorführten. Nachdem wir uns nun für einige Stunden in den alten Gemäuern aufgehalten hatten und es sich immer weiter füllte, entschieden wir uns die Verbotene Stadt zu verlassen und weiter in die Hutongs (胡同; Hu Tong) zu gehen. Wir streiften ein wenig umher, beschlossen dann jedoch uns in ein Café zu setzten und am nächsten Morgen noch einmal zurückzukehren. Nachdem wir dann endlich mit Hilfe einiger Chinesen ein Café ausfindig gemacht hatten und dort einen westlichen Kaffee genossen (meistens findet man in Chinas nach meinem jetzigen Kenntnisstand nur Instant-Kaffee), fuhren wir mit der U-Bahn zu einem der größten Märkte Beijings, dem Panjiayuan-Markt (潘家园古玩市场; Panjiayuan Guwan Shichang). Vor allem am Wochenende reihen sich hier Stand an Stand, Antiquitäten an möchtegern Antiquitäten und alles, was man sich sonst noch vorstellen kann. Angefangen bei Kalligrafien bis hin zu Teppichen und Büchern ist auf diesem Markt alles vertreten. Wir waren begeistert von der großen Vielfalt und verbrachten einige Stunden damit uns die Stände anzugucken und mit dem einen oder anderen Händler in unserem gebrochenen Chinesisch zu verhandeln, um einige tolle Souvenirs zu ergattern. Zwar waren wir nun schon seit mehr als zwölf Stunden auf den Beinen, dennoch war unser Tag noch lange nicht vorbei. Für unser Abendessen fuhren wir zurück ins Zentrum, genauer gesagt zu der bei Touristen sehr beliebten Wangfujing Street. Hier findet man wirklich alles, was auch nur irgendwie essbar ist und von den Touristen als typisches chinesisches Essen angesehen werden kann. Bevor wir uns jedoch diesen „Spezialitäten“ widmeten, aßen wir erst einmal eine Peking Ente (烤鸭; Kao Ya), dem wohl bekanntesten Gericht der Stadt und einem Must-Eat für jeden Beijing-Touristen. Wenn man jedoch keine Ahnung hat wie man diese isst sollte man sich dies vorher einmal erklären lassen, denn sonst isst man wohlmöglich die Pfannkuchen und Gurkenscheiben als Beilage. Trotz des Faktes, dass ich halbwegs wusste, wie ich die Peking Ente zu essen hatte, war ich vom Geschmack doch etwas enttäuscht. Die Realität kann meiner Ansicht nach nicht wirklich mit dem Ruf bzw. Bekanntheitsgrad mithalten. Nach dem Abendessen stürzten wir uns erneut in das Getrubel der recht engen Wangfujing Straße. Die Krönung des Tages war dann, dass wir einen Spieß mit frittierten Skorpionen kauften. Getreu dem Gedanken „Wenn Du nicht probierst, kannst Du auch nicht darüber urteilen“ haben wir tatsächlich probiert und sogar alle vier Skorpione aufgegessen, denn diese schmeckten tatsächlich gar nicht so schlecht. Geschmacklich und von der Konsistenz her ähnelten diese unseren Chips und waren somit einmal ein ganz abwechslungsreicher Snack.

Tag 3: Eine Louis Vuitton Tasche für 400 Yuan

Wie gestern beschlossen starteten wir unseren heutigen Tag mit einem Frühstück in den Hutongs (胡同; Hu Tong), die wir uns gestern nur sporadisch angeguckt hatten. Als Hutongs bezeichnet man die kleinen, altertümlichen und leicht heruntergekommenen Gassen in Beijing. Leider werden die teilweise sogar unter Denkmalschutz stehenden Hutongs immer öfters abgerissen, weshalb es immer schwerer wird, dass „ursprüngliche“ Beijing zu entdecken. Von drei Gebieten, in denen wir während der Reise die Hutongs besuchten, gefielen uns die heutigen im Stadtteil Houhai am besten. Rund um den Rundeli-Naschmarkt (润得立菜市场; Rundeli Caishichang) gab es hier viele kleine Gassen, uns verwundert anschauende Bewohner und allerlei kleine Stände mit köstlichem Essen. Wir probierten die verschiedensten Dinge, ohne überhaupt eine Idee davon zu haben, was wir da gerade eigentlich aßen. Wir verirrten uns immer tiefer in die Gassen bis wir dann schließlich bei den Geschäften östlich der Houhai-Seen (后海湖; Houhai Hu) herauskamen. Hier gab es viele Bars, Souvenirläden und überteuerte Restaurants. Von dort aus arbeiteten wir uns immer weiter östlich vor, vorbei an dem imposanten Trommelturm (鼓楼; Gulou) und Glockenturm (钟楼; Zhonglou) bis zum Lamakloster, das noch einmal weitere 2 km entfernt lag. Das Lamakloster (雍和宫; Yonghe Gong) ist der berühmteste buddhistisch-tibetische Tempel außerhalb Tibets und diente bis zum Jahre 1744 als Kaiserresidenz. Besonders imposant und unbedingt einen Besuch wert ist die 18 m hohe Buddha-Statue im Wanfu-Pavillon innerhalb des Klosters, die aus einem einzigen Baum geschnitzt ist. Das volle Kontrastprogramm bot dann unser nächster Stopp, die Silk Street. Ich weiß nicht genau was ich mir vorgestellt hatte, auf jeden Fall nicht das, was uns hier erwartete! Wir stiegen aus der U-Bahn aus und standen schon mitten drin, in einem riesigen, durchaus schick und modern eingerichteten Kaufhaus, das ausschließlich Markenplagiate anbietet. Von Gucci über Prada bis hin zu Louis Vuitton und vielen anderen High-End-Marken wurde alles so präsentiert, als würden die Artikel echt sein. Ich war völlig überfordert mit der Fülle an Fälschungen, zumal ich in China bis dato deutlich weniger davon gesehen hatte, als ich zurück in Deutschland angenommen hatte. Aus reiner Neugierde fragte ich bei einigen Artikeln nach dem Preis und verhandelte sogar, selbstverständlich mit dem Wissen, dass ich mir niemals ein Plagiat kaufen würde. So wurde mir beispielsweise eine Louis Vuitton Tasche (Neupreis in Deutschland knapp 1500€) im ersten Geschäft für 2500 Yuan, also umgerechnet 300€, angeboten. Bis ich das Geschäft verlies ging die Verkäuferin bis auf 1000 Yuan (ca. 125€) herunter. Im nächsten Geschäft handelte ich die wirklich für eine Fälschung qualitativ hochwertig verarbeitete Tasche, die der Originalen zum Verwechseln ähnlich sieht, auf 400 Yuan (ca. 50€) herab. Reichlich überrascht von der Direktheit, mit der gefälschte Produkte hier präsentiert wurden (Fotos machen war übrigens verboten), verließen wir das Gebäude und gingen zur fußläufig zehn Minuten entfernten Place Shopping Mall, in der es nun endlich wieder die echten Marken gab. Hier wollten wir jedoch nicht shoppen, sondern uns die große elektronische Leinwand anschauen, die zwischen dem zweigeteilten Gebäudekomplex über der Straße befestigt ist. Ähnlich wie die, die ich vor einigen Jahren bereits in Las Vegas bewundert habe, liefen hier verschiedenste Spots, die bei der einsetzenden Dämmerung durchaus sehenswert waren. Am Abend trafen wir dann noch zwei Schweizer Bekannte, mit denen wir rund um die Gulou Dongdajie noch einige Bars besuchten.

Tag 4: 798 Art District

Heute führte uns unser Weg in den 798 Art District (七九八艺术新区; Qi Jiu Ba Yishu Xin Qu), einem immer beliebter werdenden Szene- und Künstlerviertel von Beijing. Etwas außerhalb gelegen erreichten wir das Gelände jedoch gut per Bus, auch wenn dieser über den Großteil der Strecke etwas überfüllt erschien. Der Art District selbst, der auf einem ehemaligen Fabrikgelände angelegt ist, beherbergt unzählige kleiner und großer Galerien und ist hierdurch wohl der beste Ort innerhalb Beijings, um zeitgenössische Kunst zu bewundern. Einige Galerien kosten etwas Eintritt, die meisten sind jedoch kostenlos. Wir verbrachten den gesamten Tag damit, das Gelände zu erkunden, da es so viele interessante Dinge zu entdecken gab und einen tollen Gegensatz zu dem traditionellen Beijing der vergangenen Tage darstellte. Am Nachmittag nahmen wir an einer Kaffeeverkostung teil, die ein ganz besonderes Erlebnis war. Noch nie zuvor hatte ich so viele verschiedene Kaffeesorten probiert, die alle aus anderen Ländern der Welt stammten. Insgesamt 10 standen zur Verkostung bereit, welche alle samt hervorragend schmeckten. Erst durch das Probieren so vieler verschiedener Aromen innerhalb kürzester Zeit habe ich für mich selbst herausgefunden, wie vielseitig Kaffee eigentlich sein kann und verstanden, warum man an einer Hamburger Hochschule sogar Kaffeemanagement studieren kann. In einer großen Ausstellungshalle gab es zudem eine temporäre Ausstellung über chinesische Erfindungen, welche bislang allerdings nur auf dem Papier oder höchstens als Prototypen existieren. Die vielfältigen Ideen reichten von einer neuen Toilettenform bis hin zu Rollatoren und Rehabilitationsrobotern.

Tag 5: Chinesische Mauer (Mutianyu)

Wenn man durch China reist, dann ist die Chinesische Mauer (万里长城; Wanli Changcheng) ein absolutes Must-See. Daher machten wir heute einen Ausflug zur Großen Mauer von Mutianyu (慕田峪长城; Mutianyu Cahngcheng). Zusammen mit zwei spanischen Freunden machten wir uns schon früh morgens auf den Weg, um die Mauer noch vor den Touristenmassen zu erreichen, was uns jedoch misslang. Anstelle dessen kam uns das ganze eher vor wie eine „Butterbrots-Tour“, auf der jeder unser Geld haben wollte. Schon bevor wir überhaupt in den Bus einstiegen sprach uns an der Haltestelle eine als Busfahrerin verkleidete Frau an und wollte uns in einen überteuerten Privatbus locken. Hätte ich nicht zuvor im Reiseführer über diese Masche gelesen, wären wir wahrscheinlich tatsächlich auf diese Überrumpelungstaktik hereingefallen. Während wir dann im richtigen Bus saßen und der Mauer immer näherkamen, versuchten uns immer mehr Chinesen aus dem Bus zu locken, indem sie uns glauben ließen, dass dies die Station zum Aussteigen sei, um uns im Anschluss mit ihren Privatfahrzeugen zur Mauer zu fahren. Doch auch davor wurden wir im Vorfeld gewarnt und vielen somit nicht darauf rein. Dies war der erste Tag in China, in dem ich das Gefühl bekam, über den Tisch gezogen zu werden. Leider war es auch der erste Tag, an dem ich unfreundliche und dreiste Chinesen kennenlernte. Egal, die Mauer machte dann alles wieder wett. Mit dem Sessellift ging es hoch zur Mauer, mit der Rodelbahn wieder runter. Wir liefen mehrere Stunden auf der Mauer entlang. Je weiter wir uns von Sessellift und Seilbahn entfernten desto weniger Touristen begegneten uns. Dennoch war dies nicht das Erlebnis, was ich mir erhofft hatte und ein „Wow-Moment“ blieb aus. Keine Frage, es war spektakulär und ein vor allem für Familien toller Mauer-Abschnitt, dennoch war ich ein wenig enttäuscht. Daher entschieden wir uns am übernächsten Tag noch einmal zu einem unrestaurierten Abschnitt der Mauer zurückzukehren, der uns den Atem raubte und spektakulärer nicht hätte sein können. Zurück in Beijing stand dann noch der Besuch der Geisterstraße (簋街; Gui Jie) auf dem Programm, die vor allem für ihren Feuertopf und ihre würzigen Meeresfrüchte bekannt ist. Deshalb scheuten wir keine Kosten und genossen ein leckeres Abendessen in einem der vielen Restaurants.

Mehr Hintergrundinformationen zur Chinesischen Mauer gibt es in meiner in den kommenden Tagen erscheinenden Reportage „Die Chinesische Mauer – Ein Ort, den jeder gesehen haben sollte“.

Tag 6: Die etwas andere Weltkarte

Nach den Anstrengungen der letzten Tage gingen wir den heutigen Tag etwas ruhiger an. Der heutige Hauptprogrammpunkt war der Himmelstempelpark (天坛公园; Tiantan Gongyuan), doch zuvor schlenderten wir noch etwas durch die Hutongs (胡同; Hu Tong) im Bezirk Dashilar. Halt machten wir unter anderem in einem kleinen Teehaus. Zwar war dieses durchaus etwas touristisch, was man nicht zuletzt an der englischsprachigen Verkäuferin erkennen konnte, dennoch war es ein Erlebnis. Auch wenn wir anfangs ein bisschen skeptisch waren ließen wir uns auf die kostenlose Teezeremonie ein. Knapp 30 Minuten lang wurde uns gezeigt, wie man auf traditionelle Art und Weise Tee in China zubereitet. Tatsächlich hatte das ganze entgegen meiner Erwartung keinen Haken und wir mussten weder etwas zahlen noch etwas kaufen. Eine Mischung aus Begeisterung über die Teezeremonie, dem eigentlichen Geschmack des Tees und einem Hauch von schlechtem Gewissen bewegte uns dann aber doch dazu, noch ein paar Pakete Tee zu kaufen. Nachdem wir das Teegeschäft samt unseren Einkäufen verlassen hatten, begaben wir uns auf den Weg zum Himmelstempelpark. Der Himmelstempelpark liegt noch weiter südlich und ist eine große Parkanlage, in der vor allem die Halle des Erntegebts (祈年殿; Qinian Dian) sehenswert ist. Zunächst standen wir am Eingang jedoch vor einer mit reichlichen Blumen bestückten Weltkarte in chinesischer Ausführung. Mit „chinesischer Ausführung“ meine ich, dass nicht etwa Europa in der Mitte liegt, sondern China. Links von China ist folglich der europäische und afrikanische, rechts der nord- und südamerikanische Kontinent abgebildet. Dies ist jedoch nicht wirklich verwunderlich, so heißt China schließlich auf Chinesisch „中国“ (Zhongguo), also übersetzt „Land der Mitte“.

Tag 7: Chinesische Mauer (Jiankou)

Dieser Tag sollte für uns der beeindruckenste der gesamten Reise werden. Am vorletzten Tag unseres Beijing-Urlaubs sind wir noch ein zweites Mal zur Chinesischen Mauer gefahren, dieses Mal aber zu dem Mauerabschnitt von Jiankou (后箭扣长城; Hou Jiankou Changcheng). Die Chinesische Mauer von Jiankou ist ein unrestauriertes, sogenanntes „wildes“ Teilstück der Mauer, welches von deutlich weniger Touristen besucht wird als der restaurierte Abschnitt von Mutianyu. Gemeinsam mit einem Chinesen, den wir am Vortag kennengelernt hatten, fuhren wir an den Fuß des Berges, auf dem die Mauer sein sollte. — Eine detaillierte Ausführung zu unserem Aufstieg und dem atemberaubenden Besuch der Mauer von Jiankou findest Du in meiner Reportage Die Chinesische Mauer – Ein Ort, den jeder gesehen haben sollte — Nach diesem spektakulärem Ausflug, der uns noch lange in Erinnerung bleiben wird, folgte ein ebenfalls spektakuläres Abendessen. Zhengxing, unser chinesischer Bekannter, lud uns ein, gemeinsam mit seiner Familie zu Abend zu essen. In einem eigenen Separee eines noblen Beijinger Restaurants speisten wir verschiedenste lokale Spezialitäten. Der Vater von Zhengxing brachte uns zudem bei, wie man die Peking Ente richtig ist, was sich nochmal von der Art und Weise unterschied, wie ich sie zu Beginn der Woche aß. Besser hätte dieser Tag wohl nicht enden können und ich kann von Glück sprechen, dass wir das Privileg hatten gemeinsam mit einem Einheimischen die Chinesische Mauer ein zweites Mal besucht zu haben.

Tag 8: „Travel Around The World“

Kein Tag unserer Reise nach Beijing war einer, an dem wir nicht etwas Spannendes erlebten. Heute führte uns unser Weg, erneut mit Zhengxing als „Tourguide“, zum Sommerpalast (颐和园; Yihe Yuan), einer Tempelanlage etwas außerhalb der City gelegen. Dieser diente den Kaisern als Rückzugsort und ist mit einer Vielzahl von Tempeln, Gärten und Pavillons ausgestattet. Zusätzlich zur Besichtigung der Tempel fuhren wir mit einem kleinen Motorboot über den im Sommerpalast gelegenen Kunming-See (昆明湖; Kunming Hu), was eines der Highlights des Tages war. Nachdem wir den Sommerpalast ausgiebig besichtigt hatten, aßen wir gemeinsam zum Mittag und verabschiedeten uns im Anschluss von Zhenxing, der noch einen Termin hatte. Den letzten Abend ließen wir dann noch mit einem bzw. einigen Cocktails ausklingen. Der „Travel Around The World“ war einer davon. Dieser passte nicht nur namentlich sehr gut zu uns, sondern schmeckte auch äußerst gut.

FAZIT: Beijing ist eine Stadt, in der man sich problemlos eine Woche lang aufhalten kann und die in keiner China-Reise fehlen sollte. Wir haben während der vergangen Tage wahnsinnig viel erlebt und wollen keinen Programmpunkt davon missen, selbst nicht den Ausflug nach Mutianyu. Neben vielen historischen Tempelanlagen und weltberühmten Sehenswürdigkeiten bietet Beijing auch Szene-Cafés und Plätze, an denen man fernab des Trubels entspannen kann und in das ursprüngliche China eintauchen kann. Für mich wird es definitiv nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich diese vielseitige und moderne Metropole besucht habe!


Du möchtest auch mal nach Beijing reisen und weißt nicht genau, was Du Dir anschauen sollst? Schreib Deine Fragen in die Kommentare, sodass ich Dir Tipps geben kann, was die absoluten Must-Sees der Stadt sind!